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FSJ in der Flüchtlingshilfe

Ali F. Der junge Mann kommt aus Syrien und macht ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in einer Flüchtlingsunterkunft, die von einer deutschen Wohlfahrtsorganisation betreut wird. Vor 14 Monaten kam er selbst als Flüchtling nach Deutschland, hat fünf Monate in einer Flüchtlingsunterkunft in Sachsen gelebt. Jetzt hilft er Flüchtlingen, die neu in Deutschland angekommen sind. Durch Zufall hat er von der Möglichkeit gehört, dass auch Flüchtlinge ein FSJ machen können. Er wollte helfen.

FSJ bislang nur in Sachsen

Für das FSJ in der Flüchtlingshilfe gibt es im Land Sachsen ein Sonderprogramm mit 50 Plätzen. Auch Flüchtlinge können sich für den Dienst im FSJ bewerben. Die anderen Bundesländer sind hinsichtlich des FSJ für Flüchtlinge noch nicht so weit. Dort arbeiten Flüchtlinge nach den erforderlichen drei Monaten Wartezeit oft als Übersetzer und Dolmetscher in den Erstaufnahmeeinrichtungen und verdienen so etwas Geld, bevor sie auch in Deutschland eine Stelle in ihrem eigentlichen Beruf gefunden haben. Ein FSJ können sie bislang jedoch nur in Sachsen absolvieren.
Bundesweit gibt es mittlerweile allerdings die Möglichkeit einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) in der Flüchtlingshilfe zu leisten. Die Stellen werden allerdings erst nach und nach besetzt.

Aufgaben

In der Unterkunft, in der der junge Mann sein FSJ leistet, leben ungefähr 300 Flüchtlinge, die meisten kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Der junge Mann läuft durch die Flure und wird jede halbe Minute um Rat gefragt. Und er kann gut helfen, da er die gleiche Situation wie die Flüchtlinge erlebt hat. Zudem spricht die gleiche Sprache wie viele der Flüchtlinge, kann auf Arabisch alles erklären.
Was gehört zu seinen Aufgaben. Ratschläge geben, in erster Linie. Aber auch Möbel aufbauen, Bett, Matratzen, Tisch, in der Küche helfen. Häufig begleitet er Neuankömmlinge auch zur Ausländerbehörde, zum Jobcenter oder zum Arzt. Dort ist er dann Dolmetscher. Sechs Tage die Woche arbeitet der junge Mann in der Unterkunft – freiwillig. Er müsste laut Dienstplan nur an fünf Tagen anwesend sein.
Vor einem halben Jahr hat der junge Ausländer begonnen, Deutsch zu lernen. Zunächst allein vor dem Computer. Seit drei Monaten lernt er an vier Vormittagen in der Woche in einer Sprachschule. Inzwischen kann er sich schon recht verständlich auf Deutsch unterhalten.

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