2015: Statistik und aktuelle Zahlen zum Bundesfreiwilligendienst

In einer Kleinen Anfrage hat die Linksfraktion im Bundestag Auskunft über die Entwicklung und die aktuellen Zahlen zum Bundesfreiwilligendienst verlangt.

Die Bundesregierung ist diesem Verlangen mit einer Antwort nachgekommen, die in der Bundestagsdrucksache 18/ 4302 veröffentlicht wurde.

Wir geben die Antworten zur Vorbemerkung und den Fragen 1 – 3 wörtlich wieder (Quelle: BT-DS 18/4302):

„Vorbemerkung der Fragesteller
Seit dem 1. Juli 2011 gibt es als Ersatz für den Zivildienst den Bundesfreiwilligendienst. Der Bundesfreiwilligendienst sollte ab diesem Zeitpunkt die Folgen der Aussetzung des Zivildienstes ausgleichen. Ziel sollte sein, möglichst viele Menschen zu sozialem Engagement zu bewegen und für einen Einsatz für die Allgemeinheit zu gewinnen. Der grundlegende Unterschied zum Zivildienst stellt die Altersöffnung dar.
Seitdem ist einiges in diesem Bereich geschehen. Die schwarz-gelbe Koalition sowie die Große Koalition mussten immer wieder im Bundesfreiwilligendienst nachsteuern. Sei es bei der Vergabe von Plätzen an unter 27-jährige Freiwillige oder über 27-jährige Freiwillige oder der Anrechenbarkeit des Taschengeldes auf das Kindergeld; Probleme im Bereich des Bundesfreiwilligendienstes gibt es noch zur Genüge.
Neben dem dauerhaften Problem der Kontrolle über tatsächliche Arbeitsmarktneutralität der Freiwilligendienststellen bedarf es weiterhin einer Klärung bei der Flexibilisierung des Dienstes, der Festschreibung des Trägerprinzips, der Anerkennungskultur und der Rolle und Struktur des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).
Dieses Jahr wird der Bundesfreiwilligendienst vier Jahre bestehen. Daher ist es an der Zeit, die Entwicklung des Bundesfreiwilligendienstes genauer zu betrachten und über seine Entwicklung zu diskutieren.

Vorbemerkung der Bundesregierung
Mit dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) wollte die Bundesregierung nicht nur die Folgen des Wegfalls des Zivildienstes abmildern, vielmehr sollte die historische Chance für den Ausbau von freiwilligem Engagement in Deutschland insgesamt genutzt werden. Dies ist, wie der große Erfolg des Bundesfreiwilligendienstes zeigt, eindrucksvoll gelungen.
Der Gesetzgeber hat über § 14 des Bundesfreiwilligendienstgesetzes (BFDG) das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben mit dem Aufbau und der Durchführung des Bundesfreiwilligendienstes betraut. Gleichzeitig hat der Gesetzgeber über § 7 Absatz 2 BFDG die Einrichtung einer Zentralstelle für den BFD im BAFzA vorgesehen. Im BAFzA sind Zentralstellenfunktion und administrative Durchführung des Bundesfreiwilligendienstes getrennten Organisationseinheiten übertragen. Ein Interessenkonflikt kann hier nicht festgestellt werden.
Mit dieser Konstruktion sollte auch auf ausdrücklichen Wunsch der Bundesländer (beispielsweise durch Beschluss des Bundesrates – Bundesratsdrucksache 576/10 (Beschluss) vom 5. November 2010, Abschnitt II Nummer 2) sowie vieler zivilgesellschaftlicher Einsatzstellen und Träger insbesondere auch kleinen, freien Einsatzstellen und Trägern der Zivilgesellschaft, die sich keiner anderen Zentralstelle zuordnen wollen, die Möglichkeit geboten werden, am BFD teilzunehmen.

1. Wie viele Bundesfreiwilligendienstleistende gibt es derzeit (bitte nach Bundesländern mit Nennung der Einwohnerzahlen des Bundeslandes, Frauen und Männern, Alterspannen unter 27 Jahren, 27 bis 30 Jahre, 31 bis 40 Jahre, 41 bis 50 Jahre, 51 bis 60 Jahre, 61 bis 65 Jahre, älter als 65 Jahre, in absoluten und relativen Zahlen aufschlüsseln)?

Am 26. Februar 2015 haben sich 38 688 Bundesfreiwilligendienstleistende im Dienst befunden. Die gewünschte Aufteilung nach Altersgruppen, Frauen und Männern, Bundesländern ist der Tabelle 1 zu entnehmen. Die relativen Zahlen beziehen sich auf die Gesamtzahl der Bundesfreiwilligen im Dienst. Die Einwohnerzahlen sind Zahlenangaben des Statistischen Bundesamtes mit Stand vom 30. Juni 2014.

 

2. Wie viele Bundesfreiwilligendienstleistende waren seit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes aktiv (bitte nach Quartalen, Bundesländern mit Nennung der Einwohnerzahlen des Bundeslandes, Frauen und Männern, Alterspannen unter 27 Jahren, 27 bis 30 Jahre, 31 bis 40 Jahre, 41 bis 50 Jahre, 51 bis 60 Jahre, 61 bis 65 Jahre, älter als 65 Jahre, in absoluten und relativen Zahlen aufschlüsseln)?

Eine Aufteilung nach Frauen und Männern sowie nach Quartalen ist der Tabelle 2 zu entnehmen (Aufteilung nach Einwohnerzahlen siehe Tabelle 1). Seit Juli 2011 haben insgesamt 160 495 Freiwillige den Bundesfreiwilligendienst aufgenommen. Eine Aufteilung nach Altersgruppen ist nicht möglich, da das Alter der Freiwilligen fortgeschrieben wird.

Tabelle 1:

tabelle-1-bfd

 

Tabelle 2:

Dienstbeginne im BFD von 2011 bis 2014

3. Wie viele Bundesfreiwilligendienstleistende über 27 Jahren haben ihren Dienst auf 18 Monate verlängert?
Wie viele Bundesfreiwilligendienstleistende unter 27 Jahren haben ihren Dienst auf 18 Monate verlängert (jeweils bitte nach Bundesländern, Frauen und Männern, Alterspannen unter 27 Jahren, 27 bis 30 Jahre, 31 bis 40 Jahre, 41 bis 50 Jahre, 51 bis 60 Jahre, 61 bis 65 Jahre, älter als 65 Jahre, in absoluten und relativen Zahlen aufschlüsseln)?

Seit Juli 2011 haben insgesamt 160 495 Freiwillige den Bundesfreiwilligendienst aufgenommen. Eine Aufteilung nach Altersgruppen ist nicht möglich, da das Alter der Freiwilligen fortgeschrieben wird. Die erbetene Aufteilung nach Bundesländern sowie Frauen und Männern ist der Tabelle 3 zu entnehmen. (Die Prozentanteile Frauen, Männer, Gesamt beziehen sich auf die jeweilige Gesamtsumme der entsprechenden Spalte.)

Tabelle 3:

Dienstdauer im BFD von 18 Monaten

*=Anteil an allen Dienstleistenden (s. Tabelle 2)“

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