Zivildienst vor dem Aus, dennoch keine Hektik bei den Wohlfahrtsverbänden

Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa, veröffentlicht in der Welt Online, erwarten die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege in Hessen keine gravierende Schwierigkeiten durch das Ende des Zivildienstes. Die meisten Einrichtungen gehen davon aus, den entstehenden Mangeld urch Freiwillige des neuen Freiwilligendienst des Bundes ausgleichen zu könnnen.

So ließ das Diakonisch Werks Hessen und Nassau (DWHN) erklären, dass versucht werde, den Wegfall des Zivildienstes mit dem Bundesfreiwilligendienst aufzufangen. Man rechne damit, Zivildienstleistende eins zu eins ersetzen zu können. Fraglich sei jedoch, wie viele Heranwachsende sich generell bereit finden, den Bundesfreiwilligendienst als Option zu wählen. Manche Zivi-Stellen könnten zudem nicht durch BFD-Stellen ersetzt werden, etwa im Fahrdienst oder bei den Hausmeistern. Denn der BFD ist ausdrücklich für den sozialen Dienst vorgesehen.

Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt (AWO) sieht das Auslaufen des Zivildienstes ebenfalls gelassen; es würden keine keine Dienste wegfallen. Man habe Zivis nur für Zusatz-Dienste eingesetzt, etwa für das Vorlesen, zum Spazieren oder für Botengänge. Es seien ohnehin nur relativ wenig Zivis im Einsatz.

Kirchengemeinden und Krankenhäuser werden ihr Augenmerk auf Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) sowie auf Praktikanten richten. Die katholische Kirchengemeinde „Erscheinung des Herrn“ im südhessischen Heppenheim setzt bereits seit drei Jahren auf das FSJ und hat gute Erfahrungen gemacht. Das Klinikum Darmstadt arbeitet vorzugsweise mit Praktikanten, die einen Beruf im sozialen Bereich ergreifen wollen und länger bleiben.

Der Landeswohlfahrtsverband hat ca. 20 Zivildienstleistende im Einsatz und möchte in der Zukunft mit den Freiwilligen-Diensten zusammenzuarbeiten. Da dies jedoch nicht billig sei, könne es sein, dass einige Stellen wegfallen würden.

Der Caritas-Verband in Fulda geht davon aus, dass durch den Wegfall des Zivildienstes Einschnitte im sozialen Bereich nicht unwahrscheinlich sind. Dennoch werde es keine Versorgungsengpässe geben, allerdings Mehrbelastungen, die auch refinanziert werden müssten.

Die Arbeiterwohlfahrt Nordhessen setzt schon jahrelang weniger Zivis sondern mehr FsJler ein. Diese jungen Menschen arbeiteten in einer ganz andere Zeitspanne und seien ganz anders motiviert.

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