Bufdis oder BFDler

Das hört sich ziemlich fremd an: Bufdis. Und der Begriff ist auch ziemlich fremd in Deutschland. „Bufdis“ oder „Bufdi“ ist ein Buchstabenspiel, eine Abkürzung, die sich an die bekannten Abkürzugen „Zivis“ und „Zivi“ anlehnt, die für Zivildienstleistende stehen.

Die Zivis haben nach jetzt mehr als 50jährigem Bestehen dieser Institution ausgedient. Sie sollen durch Menschen ersetzt werden, die den neuen Bundesfreiwilligendienst absolvieren – daher also das Wort „Bufdis“.

Schön ist es allerdings nicht. BFDler klingt besser (meint die Redaktion), aber das ist wohl Ansichtssache.

Wichtige Hürden für den Freiwilligendienst, der am 1. Juli 2011 an den Start gehen soll, sind bereits genommen. Die Wehrpflicht und damit auch der Zivildienst sind ausgesetzt. Das Gesetz zur Einführung des Bundesfreiwilligendienstes hat den Bundestag passiert. Nun muss es noch vom Bundesrat verabschiedet werden und vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden.  Das wird voraussichtlich im Mai geschehen sein.

Und dann kann auch die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung in Form eine Werbekampagne an den Start gehen, die den neuen ehrenamtlichen Dienst mit seinen „Bufdis“  bzw. „BFDlern“ den Deutschen näher bringen soll.

Für die Einrichtungen und Einsatzstellen ist aber auch Eigeninitiative gefragt, um an den passenden „Bufdi“  oder „BFDler“ zu kommen, eben weil er nicht mehr aus einem Zwang heraus kommt, sondern, weil er aus freien Stücken etwas für das Gemeinwohl tun möchte. Und deshalb will er umworben sein, denn es könnte durchaus sein, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt.

10 Gedanken zu „Bufdis oder BFDler

  1. Sascha

    Generell ist es wahr was hier stehet , nur he leut denkt mal dran nach draussen zu gehen, ihr wollt Bufdis Zivies oder was auch immer werden ? Dann muesst ihr mal lernen auf gut deutsch den Mund zu halten, euch zusammen zu raufen und aus dem Haufen freiwilliger arbeitsloser Faulpelze eine Gemeinschaft der weltweit besten Individuell einsetzbaren Helfer & Assistenten zu makken. Wo ist der Bufdi 🙂 wer meint aus einem Persönlichen Grund etwas nicht tun zu müssen ist beim BFD eh nicht richtig, denn Freiwilligkeit bedeutet Eine Sache zu tun die nicht dem eigenen ideal oder wohl dient.

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  2. E. Duff

    Ich glaubs nicht, da haben wir ein riesen Loch an fehlend helfenden Händen, weil die Zivis wegfallen und hier regt man sich über die Namensgebung auf und der Herr … macht auf politische Verschwörungstheorie um die Reichen noch reicher zu machen. Lieber sollte er sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst werden, dass wir alle mit anpacken müssen. Egal ob in kleiner Nachbarschaftshilfe oder in einer großen Freiwilligenorganisation. Leider gibt es da draußen viele …., die lieber gar nix tun und ihre Mithilfe verweigern, weil die Chance besteht, dass irgendjemand vielleicht einen Vorteil davon tragen könnte der es vielleicht nicht verdient. Es funktioniert nur wenn wir alle mithelfen. Und es ist scheiß egal wie man dann heißt. Man schaut nicht auf andere herab die freiwillig helfen. Wie kommt ihr da auf Diskriminierung? Oberflächlichkeiten! Und dann auch noch wie eine verwöhnte Bratze in der Ecke zu stehen und zu schmollen wie das Fräulein …. hier „Nö also solange das so doof heißt rühr ich keinen FInger…“ Schämt euch. Das ist sau peinlich.

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  3. kathrin

    …das ist auch meine Meinung! Der Begriff ist Diskriminierung per se – meine Bereitschaft mich für einen Freiwilligendienst zur Verfügung zu stellen wird auf Eis gelegt, bis sich zumindest die Träger von diesem Begriff distanzieren.

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  4. Horst Horstmann

    Der Bundesfreiwilligendienst ist doch auch nur wieder so eine dummdreiste Maßnahme, mit der davon abgelenkt werden soll, daß das System Marktwirtschaft langfristig nicht gesund funktionieren kann, weil es kein konstantes Wachstum bringt, sondern konstantes Wachstum benötigt, um die Folgen der prinzipiell mit der Marktwirtschaft einhergehenden ungleichen Verteilung des Wohlstands zu kaschieren.
    Und damit keiner bemerkt, wie man damit ver*rscht wird, gibt man dem ganzen einen (natürlich völlig über jeden Zweifel erhabenen) ehrenhaften Anstrich, soll ja schließlich ein gutes Gefühl geben.
    Macht Euch endlich mal bewußt, warum in unserer Volkswirtschaft Millionen Arbeitskräfte für eine ressourcenvergeudende, umweltvergiftende und zunehmend zum Selbstzweck verkommende Produktivität verbraten werden, während eigentlich selbstverständliche soziale Errungenschaften weg-„rationalisiert“ werden.
    „Bufdi“ klingt wenig wertschätzend? Dann paßt es doch.
    Ist es etwa wertschätzend, so offen manipulativ beim Ehrgefühl gepackt zu werden, damit man seine Arbeitskraft nahezu unentgeltlich für Aufgaben hergibt, die eigentlich zum Pflichtprogramm eines seriösen Sozialstaats gehören?
    Wohl kaum!

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  5. Britta

    Meinen Vorrednern möchte ich mich anschließen. Darüber hinaus, stelle ich mich mir selbst in der Position eines Frewilligen vor. Dann als „Bufdi“ bezeichnet zu werden, fände ich wenig wertschätzend. Auch für Menschen wie meinen Vater, der sich in seinem Alter noch viel engagiert, wäre „Bufdi“ eine eher abwertende Bezeichnung. (Wobei es dabei weniger auf die dahinter stehende Bedeutung, als auf den unfreundlichen Klang ankommt.)
    Falls es sich also irgendwie bewerkstelligen liesse, wäre ich dankbar, wenn dieses Wort aus dem offiziellen Sprachgebrauch verschwände. Begriffe wie „Freiwillige/r“ oder „Helfer/in“ finde ich dienlicher. Vielleicht entsteht ja auch noch etwas ganz neues.

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  6. Georg

    …vor allem ist es immer prima, wenn Organisationen potentiell entstehenden („witzigen“) Eigennamen vorweggreifen, um total jung und hipp rüber zu kommen.
    Das ist ein ähnlicher faux-pas, wie wenn man sich seinen Spitznamen selbst aussucht.

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  7. Michael

    … wie wärs mit dem bewährten Begriff „Freiwillige“ / „Freiwilliger“ (im BFD)?
    Bufdi, ich fasse es nicht…

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