Bewerbung FSJ: Wie für das Freiwillige Soziale Jahr bewerben?

Ein FSJ oder ein Bundesfreiwilligendienst (Bufdi oder BFD) ist ein Jahr für sich selbst und für andere. Es ist ein Jahr der Selbstfindung, der Orientierung, der Entwicklung der Persönlichkeit, aber auch ein Jahr im Dienst der Mitmenschen, der Natur oder Kultur.

Immer mehr junge Menschen entdecken das FSJ für sich. Zwischen Schule und Berufsausbildung arbeiten sie ehrenamtlich in sozialen oder kulturellen Einrichtungen und Projekten.

Wer sich für ein FSJ oder sonstiges freiwilliges Jahr entschieden hat, steht irgendwann vor der Frage:
Wie bewerbe ich mich für ein FSJ oder einen Freiwilligendienst?
Wie verfasse ich eine Bewerbung für ein FSJ?
Diese Frage beantworten wir nachfolgend und geben Tipps für die Bewerbung für ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. BFD.

Bewerbung für ein FSJ: Was ist das überhaupt?

Das FSJ ist eine gesetzlich geregelte ehrenamtliche Tätigkeit, die von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 26 Jahren ausgeübt wird. Die Vollzeitschulpflicht muss beendet sein. Dies ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, nach 9 oder 10 Jahren Schulzeit.

Ein FSJ ist keine Ausbildung und kein Arbeitsverhältnis. Es ist ein Dienstverhältnis, auf das allerdings das Arbeitsrecht Anwendung findet.

Das FSJ dauert in der Regel ein Jahr, daher auch freiwilliges Jahr. Die minimale Zeit liegt bei sechs Monaten. Maximal kann das FSJ 24 Monate dauern.

Anfangstermin für ein FSJ ist üblicherweise der September. In manchen Einsatzstellen kann auch früher oder später begonnen werden. Oft ist es sogar möglich zu einem beliebigen Monat mit dem FSJ zu beginnen. Hauptmonate für den Beginn sind neben dem September noch August und Oktober.

Um den Einstieg in dein FSJ zu erhalten, ist eine Bewerbung erforderlich.

Wo kann das FSJ absolviert werden?

Es gibt sehr viele Einsatzorte für ein FSJ. Am bekanntesten sind:

Altenheime, Krankenhäuser, Pflegedienst
Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten
kulturelle Einrichtungen, Sportvereine

Als das FSJ vor fast 60 Jahren ins Leben gerufen wurde, stand der Hilfe bei der Pflege von Menschen im Fokus. Hervorgegangen ist das FSJ aus dem Diakonischen Jahr, das im Jahr 1954 von der evangelischen Kirche gestaltet wurde. Es war gedacht für junge Frauen, die pflegerisch tätig sein wollten, ohne Diakonisse zu werden.

Heute aber kann das FSJ in der Schule, im Fußballverein, am Theater oder in der Denkmalpflege machen.

Auch im Ausland kann das FSJ absolviert werden. Das reine FSJ im Ausland ist aber bedeutungslos geworden, da es nicht mehr durch den Bund gefördert wird. An seine Stelle ist der IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) getreten.

Wer sich für ein FSJ oder einen Bundesfreiwilligendienst bewirbt, sollte sich vergegenwärtigen, dass es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt. Das bedeutet, dass kein Gehalt gezahlt wird. Man erhält lediglich ein Taschengeld, in manchen Fällen auch Unterkunft und Verpflegung gestellt.

Man ist allerdings sozialversichert, also z.B. kostenfrei krankenversichert.

Wo FSJ-Stellen suchen?

Eine Bewerbung für ein FSJ sollte schon Monate vor dem möglichen Beginn gestartet werden, denn die Bewerbungsfristen enden oft frühzeitig. Nach freien Stellen für ein FSJ oder einen Bufdi kann man auf nachfolgenden FSJ-Stellenbörsen suchen:

Inland:
www.bundes-freiwilligendienst.de/stellen/

Ausland:
www.auslandsfreiwilligendienst.de/bewerbung
www.internationaler-jugend-freiwilligendienst.de

Wer sich über die Bedingungen des FSJ oder des Bundesfreiwilligendienstes informieren will, kann dies hier tun:
www.bundes-freiwilligendienst.de/fsj

FSJ als Orientierung

Sehr oft wird ein FSJ genutzt, um Zeit zu gewinnen, sich zwischen Schule und Berufsausbildung eine Pause der Besinnung zu verschaffen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun.

Viele FSJler gaben als Grund für ihr FSJ an, dass sie "Gutes tun" wollten, aber auch nicht sofort von Schule zur Uni oder in den Betrieb wechseln wollten.

Ulli, die ihr FSJ in der Pflege in einem Altenheim absolviert hat, erklärte uns, dass sie ihr soziales Engagement als Erfahrungsgewinn ansieht, aber auch als Eröffnung einer neuen Perspektive. Es habe ihr geholfen, sich persönlich zu entwickeln.

FSJ immer beliebter

Ein Blick auf die Statistik beweist: immer mehr junge Menschen engagieren sich zwischen Schule und beruflicher Ausbildung oder Uni in einem freiwilligen Jahr für ihre Mitmenschen oder die Umwelt. Die Zahl der Absolventen eines FSJ oder eines BFD steigt von Jahr zu Jahr.

Bewerbungsverfahren

Den beliebten Stellen im FSJ oder BFD, etwa in Schule oder Kindergarten, stehen oft eine Vielzahl von Bewerbern gegenüber. Auch das ist ein Grund, die Bewerbung für ein FSJ so früh wie möglich zu beginnen.

Natürlich gibt es auch Tätigkeitsfelder, in denen nicht alle FSJ-Stellen besetzt werden können. Hier geht es oft um die Arbeit mit alten oder kranken Menschen. Wer hier tätig werden möchte, muss dennoch ein Bewerbungsverfahren absolvieren, da das Einsatzgebiet eine Geeignetheit des Bewerbers erfordert. Die Träger wollen Qualität sichern als auch die Bewerber schützen.

Bewerbungscheckliste: Welche Form des Freiwilligendienstes will ich?

Zunächst sollte man sich überlegen, welche Art von Freiwilligendienst in Frage kommt.

Das FSJ ist lediglich eine Möglichkeit unter mehrere, sich freiwillig zu engagieren. Neben dem FSJ gibt es das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) und der Bundesfreiwilligendienst (BFD oder Bufdi) . Das FSJ und der BFD unterscheiden sich für Jugendliche so gut wie überhaupt nicht. Oft bieten Träger beide Ausgestaltungen des Sozialen Jahres an. Das FÖJ wird in ökologischen Bereichen angeboten.

Soll es ein FSJ oder ein Bufdi sein? Soll der Freiwilligendienst im Ausland oder in Deutschland absolviert werden.

In welchem Bereich soll der Freiwilligendienst geleistet werden. Zur Auswahl stehen FSJ in der Pflege, in sozialen Bereichen, in der Kultur, im Sport, der Politik oder der Denkmalpflege.

Bewerbungsschreiben

Die Bewerbung für ein FSJ oder einen Bufdi ist von Träger zu Träger unterschiedlich. Oft beginnt die Bewerbung damit, dass man ein Online-Formular ausfüllt. Möglich ist auch, selbst ein eigenes Bewerberprofil zu erstellen und dies dann den Trägern zugänglich zu machen.

Einige Träger wollen im Anschluss eine schriftliche Bewerbung mit Anschreiben und Lebenslauf. Wer sich bereits sozial oder im Verein engagiert, sollte dies unbedingt erwähnen.

Also: Oft bieten die Träger des FSJ ein Bewerbungsformular an. Dieses kann man telefonisch oder im Internet bei der jeweiligen FSJ-Organisation anfordern. Ist das nicht der Fall, sollte man auf das klassische Bewerbungsschreiben zurückgreifen. Das Bewerbungsschreiben für ein FSJ sollte die nachfolgenden Punkte berücksichtigen.

Ansprechpartner

Es kann sowohl die Einsatzstelle als auch der Träger angeschrieben werden. Die Einsatzstelle ist allerdings vorzuziehen. Dort sollt ein konkreter Ansprechpartner gefunden werden, den man dann im Brief persönlich anschreibt, neben der allgemeinen Formulierung "sehr geehrte Damen und Herren".

Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben ist der Kern der Bewerbung für ein FSJ. Man soll darin seine Motive für den Wunsch nach einem freiwilligen Jahr offenlegen. Warum will man ein FSJ machen? Was erwartet man davon? Man sollte hierbei folgende Fragen beantworten:

Warum will ich ein FSJ machen?
Warum will ich nicht sofort eine Berufsausbildung machen oder studieren?
Was erwarte ich von einem FSJ?
Warum bewerbe ich mich gerade bei dem speziellen Träger für gerade diesen Bereich oder das spezielle Projekt?
Warum bin ich gut geeignet, in diesem Bereich zu arbeiten?

Bei dem Motivationsschreiben und der Bewerbung kommt es darauf an, dass beides authentisch ist. Es geht darum den Träger zu überzeugen, dass man die geeignete Frau, der geeignete Mann für die Aufgabe ist. Es geht darum Ernsthaftigkeit darzustellen und den Willen, sich zu engagieren.

gewünschter Anfangstermin

Der gewünschte früheste oder späteste Anfangstermin sollte genannt werden, um der Einsatzstelle oder dem Trä;ger eine konkrete Zeitplanung zu ermöglichen. Wenn man einen zeitlichen Rahmen hat, sollte auch dieser angeführt werden.

Besondere Kenntnisse

Man sollte besondere Kenntnisse oder Erfahrungen hervorheben, die für den konkreten Einsatzplatz nützlich sein könnten.

Lebenslauf

Dem Bewerbungsschreiben sollte ein tabellarischer Lebenslauf beigefügt werden.

Foto

Wie auch sonst, ist oft der erste Eindruck entscheidend. Deshalb sollte man für einen guten Eindruck sorgen. Dabei hilft ein professionell aufgenommenes Foto.

Es dürfte klar sein, dass auch die Präsentation der FSJ-Bewerbung entscheidend für den Erfolg ist. Eine akkurat gestaltete Bewerbungsmappe ist somit unabdingbar.

Vorstellungsgespräch

Im Vorstellungsgespräch möchte sich der Träger des FSJ einen Eindruck vom Bewerber verschaffen und schauen, ob das, was er aus der Bewerbung und dem Motivationsschreiben herausgelesen hat, sich in der Person des Bewerbers wiederfindet. Das heißt: wer sich über die eigene Motivation für das FSJ im Klaren ist, muss nicht nervös werden.

Manchmal kann man vor dem eigentlichen Beginn des FSJ oder der Entscheidung für eine FSJ-Stelle ein paar Tage ein Praktikum in der Einrichtung machen. So können Bewerber und FSJ-Träger sehen, ob beide zueinander passen, und zwar für die nächsten 12 Monate.

Klar ist, dass das Motivationsschreiben, das fast alle Träger für die Bewerbung um eine FSJ-Stelle verlangen, für viele Schüler oder junge Erwachsene eine Herausforderung ist. Sie haben sich bisher nicht um eine Tätigkeit bewerben müssen.

Wichtig ist, dass die Bewerbung selbst verfasst wird, nicht etwa von den Eltern. Selbstverständlich kann und sollte man sein Bewerbungsschreiben Korrektur lesen lassen. Die eigene Persönlichkeit muss im Bewerbungsschreiben und Motivationsschreiben erkennbar sein. Hier gilt das gleiche wie für eine Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz.

Im Blickpunkt: FSJ in der Pflege

Eine Bewerbung für ein FSJ in der Pflege steht bei uns deshalb im Blickpunkt, weil hier wirklich mit Menschen gearbeitet werden muss, die auf Hilfe angewiesen sind.

Ein FSJ in der Pflege kann nicht jeder. Doch wird es absolviert, hat man hervorragende Aussichten, auch einen begehrten Ausbildungsplatz zu erhalten. Der Einstieg ins Berufsleben ist gesichert.