Beiträge von Milly2105

    Hallo! Zwar stand bei mir im Vertrag auch nur "Vollzeit 38,5 Stunden/Woche" jedoch ist das in Pflegeheimen unmöglich. Ich musste die ersten 2 Monate jedes WE arbeiten,auch an Heiligabend bzw Weihnachten etc. Es wird normalerweise vorher vereinbart,wie du arbeiten musst. Meist 11 Tage am Stück,danach 3 Tage frei( selbst da wirst du angerufen,dass du kommen sollst,weil wieder Personalmangel ist...) . Ich bin froh,dass es vorbei ist und habe den Dienst gekündigt. Ich habe meines Erachtens kein zusätzliches Geld oder sonst was bekommen. Frechheit.

    Hi Leute habe mir eure Beiträge durchgelesen und bin überrascht, dass wir so ziemlich alle die Erfahrung machen,ausgenutzt zu werden! Wenn ich meinen ersten Beitrag über meine positive Anfangszeit lese muss ich nur über mich selbst lachen wie naiv ich war! In meinem Vertrag steht ich arbeite 39,5h/Woche, tatsächlich arbeitete ich anfangs 7 Wochenenden am Stück(!!)durch und muss halt wie üblich in der Pflege 11 Tage am Stück arbeiten und bekomme dann ein lächerliches wochenede frei. Von Jugend also gar keine rede mehr... Was mich am
    Meisten nervt ist die permanente Arbeit in der Küche. Ich Schmiere morgens für 35 Leute Brote bzw mache Frühstück,dann teile ich Mittagessen aus und abends in der spätschicht (ich arbeite ja im Schichtwechsel -.-) Schmiere ich wieder Brote und putze und wasche anschließend wieder den ganzen Dreck und muss Auch noch bettlägerige anreichen und sonst noch zur wascherei laufen und und und und... Die liste ist endlos ich finde das sowas von Mies dass wir so ausgenutzt werden,obwohl wir so einen guten Willen zeigen und uns so toll für die Gesellschaft engagieren!!!! Bitte entschuldigt Fehler und komische Worte, die iphone Korrektur ist das allerletzte !! Mir wurde versprochen,dass ich in die soziale Betreuung Wechsel was natürlich nur eine Lüge war, um mich ruhigzustellen. Bis jetzt alles beim Alten und Fehler werden auf mich geschoben,sowie ständige Botengänge... Halte noch drei Monate durch und dann gehe ich mit der Erfahrung,niemals im leben in der Pflege zu arbeiten !!!'

    Mädchen für alles :D ich bin vor allem im Küchenbereich tätig (Speisesaal, Essen auf die Zimmer bringen usw.), begleite aber auch die Menschen im Altersheim zu Terminen oder gehe spazieren. Da es viel zu wenig Zivis (jetzt : Bufdis) gibt, bleibt der tatsächliche soziale Kontakt meist auf der Strecke, dafür sind wir dann zuständig. :) Außerdem darf ich dabei sein, wenn Menschen gewaschen werden, MUSS aber nichts tun, was mir 1. zu weit geht und 2. wofür ich im Falle eines Sturzes (zB. beim "Ins-Bett-Legen") mächtig Ärger kriegen könnte, da ich nicht ausgebildet bin.

    :) Hallo Leute, bin erst relativ kurz im BFD im Seniorenheim und habe schon viele merkwürdige Dinge erlebt. Eine psychisch kranke Dame (keine Zähne, trotzdem Kettenraucherin;) ) bot mir eine Zigarette an, als ich verneinte, beschimpfte sie mich als "Hu**" und "Nu***", die (angeblich) ihren Mann getötet hat. Das war sehr erschreckend, bin aber locker geblieben und sagte:"Nana, sowas sagt man aber nicht, Frau X!" :cool:

    Ob ein Freiwilligendienst für dich hilfreich ist, kann zwar keiner so beurteilen, aber du musst verstehen, dass während der Arbeit mit Menschen NIEMAND Rücksicht darauf nehmen kann, in welcher emotionalen Verfassung du dich gerade befindest. Es ist genau andersrum, du brauchst eine riesige Empathiefähigkeit, um genau auf die Bedürfnisse anderer einzugehen. Du musst auch viel einstecken können und starke Nerven haben.. das habe ich während meinem BFD im Altenheim gelernt, in dem auch viele psychisch kranke Menschen wohnen, die grundlos ausrasten und einen beschimpfen oder sogar angreifen wollen. Da muss man stark sein und vor allem gelassen bleiben. Wünsche dir für deine Zukunft viel Erfolg !!

    Du müsstest eigentlich von Beginn an eine Liste bekommen haben,was du alles besorgen musst (Lohnsteuerkarte, Sozialversicherungsausweis etc...). Darunter stand bei mir auch, dass ich die Belehrung nach §43 (damals: Gesundheitszeugnis) besorgen MUSS. Das ist immer Voraussetzung, solange man in der Gastronomie oder in öffentlichen Einrichtungen arbeitet. Wie Tety schon sagte, 25€ aus dem Fenster schmeißen für ein 8-minütiges Video und du hast die Belehrung. Wenn das Gesundheitsamt eine Kontrolle machen würde, könnten deine Chefin und du nämlich richtig Ärger bekommen.

    Hallo, bin 20 Jahre jung,neu hier und möchte auch mal (zur Abwechslung) etwas Positives hier reinschreiben. Wie ich hier lesen konnte, sind alle nur am meckern oder chronisch unzufrieden mit ihrem Dienst - es geht aber auch anders! Es ist eine Frage der Einstellung und der eigenen Ziele, wie man den Dienst empfindet. Ich erzähle einfach mal meine ersten Erfahrungen, bin erst relativ kurz im BFD in Köln in einem Seniorenheim (über Seniorenheime wird in diesem Forum besonders gerne hergezogen). Allerdings ist vertraglich geregelt, dass ich keine internen Informationen weitergeben darf,weshalb ich keine genauen Angaben,wie Namen und Adressen hier aufführen werde. Zur Bewerbung: Habe eine aussagekräftige Bewerbung an die AWO geschickt, in der ich beschrieben habe, dass ich zur Überbrückung der Zeit nach dem Abi bis zur Ausbildung etwas Sinnvolles im sozialen Bereich machen möchte. Wurde sofort eingeladen, es wurde alles gut erklärt, wurde sofort eingestellt für (fürs erste) 6 Monate, kann aber auch verlängern. Am ersten Tag ging es direkt los, zuerst war ich erschrocken über den Geruch, der im Seniorenzetrum ja normal ist. Aber man gewöhnt sich dran. Mir wurde alles gezeigt und arbeite hauptsächlich in der Küche (das heißt, ich bereite das Frühstück vor und kümmere mich um alle Menschen im Speisesaal und auf den Zimmern). Nach wenigen Tagen hat man alle Namen drauf und man muss vor allem lernen, wie man mit jedem Bewohner umzugehen hat. Es gibt beispielsweise viele Demente bei uns, aber auch eine psychisch kranke Dame,die gerne mal alle Schwestern (und mich) als Hu** beschimpft und alle möglichen Sachen vorwirft. Da muss man lernen, richtig mit solchen Menschen umzugehen und sowas auf gar keinen Fall zu Herzen zu nehmen. Ich bekomme 330€ Taschengeld inklusive 60€ Verpflegungsgeld und arbeite 39Std/Woche immer von halb 8 bis 15 Uhr ! Und dann ist auch wirklich Feierabend für mich! Ich muss nie länger bleiben, komme aber freiwillig auch früher,wenn ich weiß,dass es viel zu tun gibt. Ich arbeite jedes zweite Wochenende (Sa&So) und bekomme darauf sofort 3 Tage infolge frei und kann mir das auch persönlich einteilen,wenn mal was Wichtiges ist (zB ein Bewerbungsgespräch etc.). Das heißt also, ich arbeite immer eine ganze Woche durch, aber darauf die Woche nur 2 Tage (Donnerstag und Freitag,dann ist wieder Wochenende :D). Die Kollegen sind alle super nett, wir haben uns direkt alle geduzt und jeder hilft mir, wenn ich Fragen habe. Dass man plötzlich in der Pflege helfen muss, ist nicht normal und nur dann erforderlich, wenn man wirklich bereit dazu ist und keine Scheu hat. Das Legen usw. von Bewohnern ist mir streng verboten, da ich keine Ausbildung habe und im Falle eines Sturzes etc. ich richtig Ärger kriegen könnte. Bisweilen habe ich beim Waschen von einer Dame zugeschaut und geholfen, was zuerst Überwindung kostet, aber völlig normal und wichtig ist, um Druckgeschwüre usw zu vermeiden!
    Mein Fazit: Die Arbeit im Bundesfreiwilligendienst ist NICHT dazu da, sein Taschengeld aufzubessern oder einfach was zu tun, weil einem die Eltern im Nacken hängen oder aus sonstigen Gründen. Man sollte den BFD als Herausforderung für die eigene Persönlichkeit sehen, seine Grenzen kennenlernen und vor allem sehen, was Arbeit überhaupt bedeutet! Man lernt viel Verantwortung zu tragen, hilfsbereit zu handeln und seine eigenen Eitelkeiten zu vergessen! Vor allem habe ich sehr viel über mich selbst gelernt - die meisten Menschen in Deutschland sind sehr Ich-bezogen und denken nur an ihr eigenes Wohl, ich war genau so ein Mensch! Jetzt traue ich mir sehr viel mehr zu und habe größeres Selbstvertrauen erlangt. Die Menschen geben mir sehr viel Dankbarkeit zurück und ich habe viele Damen/Herren ins Herz geschlossen. Man muss lernen, sich selbst aufzuopfern für das Wohlergehen der anderen. DAS lernt man im sozialen Engagement. In diesem Sinne, möge euer Charakter an der Herausforderung wachsen!:)