Bundesfreiwilligendienst im Altenheim

  • Hallo,


    Ich werde ab dem 01.10.2012 mit meinem Bundesfreiwilligendienst in der Tagespflege in einem Altenheim in Karlsruhe beginnen. Ich möchte nun einmal von meinen Erfahrungen bisher berichten und einige Tipps geben, die man beachten sollte.


    Ich habe bis zum Sommersemester 2012 noch studiert, bin dann aber leider zum 2. Mal durch eine Prüfung gefallen und musste so dass Studium beenden. Ab dem Wintersemester 2013 werde ich mit dem neuen Studium beginnen. In dem Jahr dazwischen mache ich meinen Bundesfreiwilligendienst.


    Wie ich zu meiner Stelle gekommen bin…
    Bei mir läuft alles über die Caritas als Träger (Sie organisiert auch meine Seminare). Hier in Karlsruhe hat sie ein eigenes Büro, welches sich nur mit dem Freiwilligendienst beschäftigt. Dort habe ich mich beworben und nach ein paar Tagen hatte ich auch schon ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin. Dieses war sehr nett und fand in toller Atmosphäre statt. Ich konnte alles fragen und mir wurde alles bereitwillig sowie fachkundig erklärt (Wurde sofort über Seminare, Taschengeld etc. aufgeklärt und musste nichts erst mühsam erfragen). Am Ende bekam ich dann zwei Stellen genannt, wo noch Plätze frei waren (beides Altenheime). Nun habe ich in beiden Heimen angerufen. Da eines inzwischen aber doch keinen freien Platz mehr hatte, habe ich nur in einem (m)einen Schnupperdienst gemacht.


    Tipp: Für mich hat es sich als sehr hilfreich/vorteilhaft erwiesen, dass alles von Anfang an über den Träger und nicht nur bzw. alleine über die Einsatzstelle gelaufen ist (Bei mir weiß die Einsatzstelle auch super Bescheid, da sie viel Erfahrung mit Bufdis hat.).
    Schreibt also bei eurer Suche nach einem Bufdi-Platz eher mögliche Träger wie Caritas, Diakonie etc. an (und erkundigt euch ob sie wie bei mir eigene Freiwilligendienstbüros haben) und nicht irgendwelche überforderten uninformierten Einsatzstellen, wo ihr wohlmöglich noch die allerersten Bufdis seid. Wenn alles von Beginn an über einen Träger läuft geratet ihr eher an geschultes und erfahren Fachpersonal.
    Achtet unbedingt darauf, dass euch alles sympathisch erscheint und nehmt nichts nur aus der Not an (auch die Caritas sagte immer: „Nimm keine Einsatzstelle nur aus Not an.“)!

  • Wie es weiter ging…
    Ich habe mit dem einen Altenheim (wo ich dann jetzt auch bin) sofort ein Termin zum Bewerbungsgespräch ausgemacht. Dieses verlief super und die zuständige Chefin war sehr nett. Sie erklärte mir auch sofort alle möglichen Einsatzfelder und wir entschieden dann beide, dass ich nicht in die Pflege gehen solle sondern etwas im Bereich Beschäftigungstherapie für mich besser sei. Dann machte ich für die nächste Woche zwei Schnupperprobearbeitstage aus. Den einen hatte ich in der Tagespflege, wo ich nun auch meinen Bufdi machen werde und den anderen bei der Dame, die die Beschäftigungsangebote für die Heimbewohner, die vollstationär im Heim (nicht betreutes Wohnen) leben, macht. Beide Male wurde mir alles super erklärt und in der Tagespflege konnte ich mich auch schon mit dem Bufdi dort austauschen. Hier hat es mir super gefallen. Ich begleite hier die Bewohner beim Spazieren gehen, frühstücke mit ihnen, esse mit ihnen zu Mittag, trinke mit ihnen Kaffee oder mache Spiele, Gedächtnistraining, Kreuzworträtsel etc. mit ihnen. Ich bastle oder backe auch mit ihnen. Bei allem ist immer die Leiterin der Tagespflege anwesend. Ich bin also nie alleine gelassen.
    Bei den vollstationären Heimbewohnern hat es mir nicht so gut gefallen. Sie waren mir schon zu krank und haben für mich nur noch zu wenig mitbekommen. Ich habe dort z. B. mit einer Dame Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt. Sie konnte nur noch würfeln, hat nichts mehr Verständliches sagen können und ich musste ihre Spielfigur weiterschieben. Außerdem habe ich beim Füttern während dem Mittagessen helfen müssen. Das war schon eine neue Erfahrung, wenn man einer Person püriertes Essen gibt und sie es dann die Hälfte auf ihr Lätzchen spuckt.
    Meine Entscheidung für die Tagespflege und gegen die vollstationäre Pflege wurde sofort respektiert.

    Tipp: Absolviert immer einen Schnupperdienst vorher und sagt nicht blind ja zu etwas! Als Bufdi müsst ihr es dann ein ganzes Jahr lang machen (bei mir sind es 11 Monate)! Steht auch dazu, wenn etwas euch nicht gefällt.


    UND HIER EINMAL FÜR ALLE NAIVEN: JA IN DER PFLEGE SIND BUFDIS KLEINE HILFSPFLEGER! DARUM HABE ICH DORT AUCH NIE EINEN FREIWILLIGENDIENST MACHEN WOLLEN! WER SICH NACHHER BESCHWERT, DASS MAN DORT ALTE BETTEN MUSS ODER DEREN WUNDEN SÄUBERN UND VERBINDEN MUSS KENNT NICHT DIE REALITÄT. OHNE BUFDIS, SCHÜLER UND PRAKTRIKANTEN HÄTTEN WIR IN DEUTSCHLAND SCHON LÄNGST EINEN PFLEGENOTSTAND. WIR HABEN EINEN SO GROßEN BEDARF AN PFLEGEKRÄFTEN IN DEUTSCHLAND, DER NUR MIT FACHPERSONAL NICHT MEHR GEDECKT WERDEN KANN! MACHT DIE AUGEN AUF!

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