Während der BFD-Zeit kommt die Anerkennung als schwerbehindert...

  • Hi Ihr,


    mein Antrag wurde, wie wohl üblich :(, monatelang vom Versorgungsamt bearbeitet. Inzwischen bin ich ja schon ein knappes Vierteljahr im BFD. Hm, nun überlege ich, ob ich meinen neuen Status dem Chef mitteilen soll. Bringt dem Träger das was, zähle ich z. B. in der Arbeitsplatzbelegung mit einem Schwerbehinderten mit (Stichwort Quote und Ausgleichsabgabe)? Würden mir die 5 Tage mehr Urlaub auch im BFD zustehen? Das wäre mir jetzt nicht so wichtig. Hauptsache, beide Seiten haben keinen Nachteil dadurch. :-/(Sonst sag ich lieber nix)


    Kennt sich jemand von Euch damit aus? Ist für mich Neuland. ;)


    Danke und liebe Grüße,


    Pinguin

  • Hi subu,


    stimmt, da hätte ich auch nachfragen können. Ich hatte mich nun direkt an die landesweite BFD-Verantwortliche meines Trägers gewandt. Sie musste sich auch erst beim Bundesamt erkundigen, weil es bei ihnen so einen Fall noch nicht gab. ;) (Wir sind ja die Testkandidaten *g*) Also, es sieht so aus, als seien alle üblichen Sonderregelungen für schwerbehinderte Arbeitnehmer auch im BFD anwendbar. Abgesehen vom besonderen Kündigungsschutz... :D


    Werd es dann mal bei der Einsatzstelle ansagen.


    LG,


    Pinguin

  • Hallo Pingu !
    Winziger Irrtum Deinerseits:mna kann sich bereits mit GdB 30 % einem Schwerbehinderten g l e i c h s t e l l e n lassen ! Antrag muß beim orts-zuständigen Arbeitsamt gestellt werden.Danach hat man zwar keine materiellen Vorteile und bekommt auch keinen Behinderten-Ausweis,aber man ist wesentlich schwerer kündbar in der Arbeit.Neben dem Betriebsrat muß auch das Versorgungsamt und der Landeswohlfahrtsverband befragt werden vom Arbeitgeber.
    Genau aus diesem Grund ist die Frage nach dem GdB wichtig.
    Schönen Tag noch !! psychubufdi

  • Huhu psychubufdi,


    stimmt natürlich, die Möglichkeit zur Gleichstellung besteht für diejenigen, die unter 50 GdB bleiben. Allerdings gelten sie - soweit ich weiß - ja gerade nicht als schwerbehindert. Den Begriff verwendet man doch genau genommen erst ab dem 50er GdB. Gleichgestellte bekommen z. B. keinen Zusatzurlaub. (Was Du ja mit den fehlenden materiellen Vorteilen schon richtig angesprochen hattest) :)


    Tja, ausgerechnet die Sache mit dem Kündigungsschutz greift beim BFD ja nicht, wie mir meine zuständige Referentin flink mitteilte. :-D


    Bei mir wurden 50 anerkannt.


    LG,


    Pinguin

  • Hallo,pinguin !
    Bitte:ich will mich wirklich nicht herumstreiten,aber bereits 30 % GdB sind im EINZELFALL schon Behinderung genug im Arbeitsleben.Die
    Vergabe des GdB durch das Versorgungsamt erfolgt ja in 99% aller Fälle mittels Katalog,nur in gaaaanz wenigen Fällen kommt es zu einer amtsärztlichen Untersuchung des Antragstellers.Meine Ehefrau hat z.B.auch diese lächerlichen 30% zugesprochen bekommen,was aber ihren chronischen Schmerzen wegen Rheuma und multipl. Arthrosen nicht gerecht wird.Derzeit kämpfen wir mit dem Versorgungsamt um mind.50-70%,da die ständig häufiger werdenden Krankheitsschübe keine geregelte Arbeit mehr zulassen.Nur:was es bedeutet,mit 53 in Frührente geschickt zu werden,weiß derjenige,der wie ich-dann mit Nettorente von 302 € monatlich "leben" muß.
    Dieser Exkurs soll mal denen e t w a s die Augen öffnen,die meinen,im BFD eine Chance zu beruflichem Aufstieg sehen zu können.Für einen ganz jungen Menschen mag der BFD als Orientierungshilfe dienen,auch so mancher ZIVI der Vergangenheit fand im Dienst seinen
    späteren Beruf,aber die Norm ist das wohl nicht.

  • Hi psychubufdi,


    hm, was die Einschätzungen des Versorgungsamtes betrifft, sehen wir die Dinge doch ähnlich - also, da streiten wir uns doch nicht drüber... ? Dass man für einige / etliche Krankheiten oder Beeinträchtigungen nicht angemessen eingestuft wird, ist mir auch bekannt. Bei mir ergab sich die Chance, meine vielfältigen gesundheitlichen Probleme anerkennen zu lassen, auch nur durch eine Neufassung der Empfehlungen im vergangenen Sommer. Rein nach Katalog wäre ich ohne diese Änderung in den VersMed-Richtlinien auch schlechter weggekommen. Jetzt ist wenigstens meine "Hauptdiagnose" 50 wert.


    Kann Deinen Ärger gut verstehen, denn mit Rheuma ist man echt arm dran. :( Kenn ich.


    Dass Leute mittleren Alters durch den BFD beruflich aufsteigen wollen, glaube ich eher weniger. Allenfalls als Chance für einen Quereinsteiger, wenn man seinen alten Bereich nicht mehr ausüben kann oder möchte. Die wenigsten, die im Berufsleben einigermaßen vernünftig verdienen, werden sich ein Jahr BFD genehmigen.


    LG,


    Pinguin

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