Konkreter Fall

  • Guten Tag,


    ich bin neu hier und ich habe versucht, mich hier selbst durch das Forum zu kämpfen und mir Informationen zusammen zu sammeln. Ausserdem habe ich die Webseite, zu der dieses Forum gehört, selbst auch schon durchforstet.


    Im Grunde ist mir der Vorgang klar, habe mich auch schon bei einer möglichen Einsatzstelle vor Ort Ende letzten Monats mal per Mail gemeldet und wurde heute angerufen. Habe beim Örtlichen Liegenschaftsamt für kommenden Dienstag auch schon einen Vorstellungstermin.


    Trotzdem würde ich gerne nochmals die genauen Eckdaten erfragen, weil der Personalbeaufragte unserer Stadt Memmingen das nun auch nicht alles klären konnte, da das ganze Thema noch so neu ist.


    Also ich bin 34 Jahre alt und habe in meiner Kindheit/Jugendzeit, beeinflusst durch meine Eltern eine schlechte Berufswahl getroffen und in einem LKW_Betrieb auf dem Papier eine Bürokaufmannslehre gemacht, wurde real aber fast die ganzen 3 Jahre nur als billige Arbeitskraft im Ersatzteillager eingesetzt.


    Schon damals war mir persönlich klar, dass ich mit der schlechten beruflichen Qualifikation das ganze Leben über Probleme haben werde, was Stellensuche und sowas angehen wird.


    Trotzdem bekam ich seitens des Arbeitsamtes bis 2004 keinerlei Umschulung oder Weiterbildung und hatte mich dann eben von Stelle zu Stelle geschleppt, so lange ich etwas fand.


    Ab 2004 bis 2006 war ich dann psychisch krank, Depressionen und ähnliches wegen den Folgen von Mobbing und des allgemein durch die schlechte Qualifikation ausgelösten schlechten Selbstwertgefühls etc.


    Von Ende 2006 bis Ende 2008 besuchte ich 18 Monate eine Rehabilitation und wurde im Anschluss daran dann wegen der geringen Arbeitsfähigkeit von 4 bis 6 Stunden täglich in volle Erwerbsminderungsrente gesteckt, weil es hiess, der Arbeitsmarkt sei für mich verschlossen.


    Diese Rente läuft nun Ende Mai aus und ich würde gerne eine sinnvolle Tätigkeit ausüben, aber das Jobcenter hätte mir derzeit nur einen 1 Euro-Job in einer Toys Company der Dekra anzubieten, über die man sehr viel schlechtes lesen und sehen kann, Beispielsweise in diesem Bericht im Spiegel:

    Zitat

    03.01.2011
    SOZIALSTAAT
    Die Hartz-Fabrik
    DER SPIEGEL*1/2011 - Die Hartz-Fabrik


    oder in diesem Bericht ARD.exclusiv.Die.Armutsindustrie on Vimeo ansehbar:


    oder nachlesbar auch im Focus:

    Zitat

    Die Dekra lässt Arbeitslose gebrauchtes Spielzeug überprüfen und reparieren. Im zehntägigen Wett-Puzzeln quälen sich die Übergangbeschäftigen. Nur um am Ende festzustellen, dass zwei, drei Teilchen fehlen. Und das Spielzeug nur mehr für den Müllkübel taugt. Nebenan wird gehäkelt für Frühgeborene. Oder am hauseigenen Zeitungsblättchen gewerkelt – ein Tag echter Arbeit verteilt auf zwei Wochen. Da erzählt einer, der vom Arbeitsamt zum Witzseitemachen geschickt worden war, dass ihn die Sinnlosigkeit in Depressionen gestürzt hat. Irgendwann braucht’s dann Pillen gegen das „Pillepalle“.


    Wett-Puzzeln für die Statistik
    Das Gemeinnützige an all dieser unnützen Arbeit? 1,6 Millionen Arbeitslose werden als Praktikanten, als Prüf-Puzzler und „Pillepalle“-Redakteure aus der Arbeitslosenstatistik herausgepuzzelt. „Die Armutsindustrie“: Arbeitslos? Und hopsasa! - FOCUS-Fernsehclub - FOCUS Online


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    Ich möchte also nicht in so eine Einrichtung, in der ich 6 Monate still stehe und keiner sinnvollen Tätigkeit nachgehe, sondern ich möchte etwas tun.


    ich habe mich zwar nun bei der örtlichen Stadtverwaltung beworben, aber ich besuche seit langem mindestens einmal die Woche eine Einrichtung der Diakonie für psychisch erkrankte Personen.


    Diese Einrichtung hatte bisher immer bis zu 3 Zivildienstleistende und die fallen ja nun weg. Nur scheint bei der Einrichtung nicht angekommen zu sein, was ich hier auf der Webseite gelesen habe:


    Zitat


    Bisherige Zivildienststellen werden automatisch Einsatzstellen für den BFD


    Nach dem geplanten BFDG sind alle nach dem Zivildienstgesetz anerkannten Dienststellen und -plätze automatisch als Einsatzstellen und Plätze des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt. Das bedeutet für die Träger konkret, dass wenn Zivildienstplätze bereits vorhanden sind, nichts weiter unternommen werden muss. Das gilt selbst dann, wenn die schon längere Zeit nicht besetzt waren.


    Was müsste die Einrichtung nun tun, damit ich dort als BFD- Leistender die bisherigen Tätigkeiten übernehmen könnte, so Fahrdienste zum Einkaufen, Wertstoffentsorgung, gespendete Kleidung und Gegenstände fürs Sozialkaufhaus bei Spendern abholen usw. für das die zivis bisher zuständig waren.


    Dass ich Grundsätzlich so eine Tätigkeit ausüben kann, ist ja die Voraussetzung, aber es gibt ja die Stellen, die durch die fehlenden Zivis offen stehen, andererseits gibts auch andere im Hartz4 bezug, die aufgrund ihrer langen Arbeitslosigkeit und längerer Krankheit an sich nicht damit rechnen können, dass sie eine Festanstellung finden können. Diese könnten ja auch so 20 bis X Stunden dort in der Diakonie arbeiten.

  • also, was du tun kannst, so wie ich, ist, in den örtlichen zeitungen zu lesen. bei uns stand im amtsblatt eine anzeige, daß sie da und da so und so viel freie stellen für den bfd haben.

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