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Wehrdienst

Der Wehrdienst in Deutschland

Die Bundesregierung hatte am 15. Dezember 2010 einen Entwurf des sogenannten Wehrrechtsänderungsgesetzes 2011 beschlossen.

In Deutschland wird der Wehrdienst seit dem 1. Juli 2011 von Freiwilligen versehen. Eine Wehrpflicht gibt es nicht mehr, sie ist ausgesetzt.

Das Prinzip der Wehrpflicht bleibt aber bestehen und ist im Grundgesetz festgeschrieben. Die Wehrpflicht kann also jederzeit wieder eingeführt werden, wenn dies die weltpolitische Sicherheitslage erfordert.

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht ist ein neuer freiwilliger Wehrdienst eingeführt worden. Dieser freiwillige Wehrdienst dauert 12 bis 23 Monate. 15.000 Männer und Frauen können den Dienst jährlich absolvieren.

Übergangsweise wurde bereits seit dem 1. März 2011 niemand mehr gegen seinen Willen zum Wehrdienst eingezogen. Grundwehrdienstleistenden konnten auf ihren Antrag hin mit Ablauf des 30. Juni 2011 entlassen werden.

Die Bundeswehr muss also mit der Aufhebung der Wehrpflicht um Freiwillige werben. Das will sie auf folgende Arten tun:

Wehrsold

Wer sich in Zukunft zum freiwilligen Wehrdienst meldet, erhält vom ersten Monat an zwischen 777 und 1100 Euro pro Monat. Dazu gibt es Sachleistungen in Form von Unterkunft und Verpflegung in Höhe von ca. 265 Euro. Im Vergleich hierzu erhalten die letzten Grundwehrdienstleistenden 282,30 Euro am Anfang des Wehrdienstes und 305,40 Euro am Ende. Vergütet werden die freiwillig Wehrdienstleistenden nach dem Wehrsoldgesetz.

Wehrpflichtige halten

Die Bundeswehr versucht, die letzten Wehrpflichtigen zu halten, und zwar so lange wie möglich. Jeder, der nach dem sechsmonatigen Wehrdienst bei der Bundeswehr bleibt, erhält 100 Euro Prämie pro Monat der Weiterverpflichtung zusätzlich zum Sold für den freiwilligen Wehrdienst.

Soziale Vergünstigungen

Für diejenigen, die freiwillig den Wehrdienst leisten, übernimmt der Bund weiter die Einzahlungen in die Rentenversicherung und die Arbeitslosenversicherung. Eine Krankenversicherung besteht nicht, da die Bundeswehr selbst über Ärzte und Krankenhäuser verfügt.

Aussetzung der Wehrpflicht

Die Wehrpflicht in Deutschland hat nach über 50 Jahren ausgedient. Seit ihrer Einführung im Jahr 1957 am 1. April wurden Millionen junger Männern von den Kreiswehrersatzämtern einberufen, gemustert und zum Dienst in Uniform einbestellt. Die Strukturreform der Bundeswehr durch das Verteidigungsministerium ist ein Gang zwischen den Fronten: Auf der einen Seite gilt es mehr als acht Milliarden Euro einzusparen; die Sicherheitslage ist entspannt, die Haushaltslage nicht. Auf der anderen Seite muss die Bundeswehr jederzeit ihren Einsatzverpflichtungen nachkommen können um die militärische Sicherheit Deutschlands zu gewährleisten.