Warum ein FSJ in Deutschland gut ist

Ein FSJ in Deutschland ist vielseitig.

FSJ in Deutschland: hier ist die Welt

Südafrika, Chile oder Thailand?

Ein FSJ im Ausland zieht viele Abiturienten und Jugendliche in ihren Bann.

Dennoch: die meisten machen ihr FSJ in Deutschland. Und das aus gutem Grund. Wir stellen drei FSJler und ihre Gründe für ein FSJ in Deutschland vor.

FSJ-Stelle in einem Flüchtlingsheim

Steffen, 18 Jahre, Berlin. Wie so viele andere Abiturienten wollte er nach dem vielen Lernen fürs Abi und in den Jahren davor etwas anderes machen. Die Uni sollte erst einmal warten.  Steffen erzählt: „Work and Travel oder eine Weltreise waren zwar auch kurz in meinen Gedanken, aber eben nur kurz. Ich wollte mich lieber für andere Menschen engagieren. Klar dachte ich auch an ein  FSJ im Ausland vor, aber dann las ich in unserer Tageszeitung einen Artikel, in dem Mitarbeitern für das Flüchtlingsheim in unserem Stadtteil gesucht wurde. Ich habe mich schon seit einiger Zeit für die sogenannte Flüchtlingsproblematik in Deutschland interessiert. Ich habe die politische Entwicklung beobachtet und fand die Agitation und Hetze der Rechtspopulisten schrecklich. Sie sehen nicht, dass Menschen Hilfe brauchen, die ihre Heimat verloren haben. Arbeit mit Flüchtlingen – das würde mir bestimmt gefallen. Ich habe mich bei der Hilfsorganisation beworben, die in der Zeitung genannt wurde und habe dort meine FSJ-Stelle bekommen. Nun gebe ich schon fast ein Jahr lang Deutschunterricht, übersetze Formulare oder höre den Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea zu, wenn sie Probleme oder Fragen haben. Ich habe sogar einige Freunde unter den Bewohnern des Flüchtlingsheims gefunden. Wir laden uns gegenseitig zum Essen oder Kaffee ein und sie berichten mir von ihrer Heimat. Auch meine Eltern haben sie schon kennengelernt. Viele der Menschen können Englisch sprechen, aber wir haben auch noch unsere Hände und ein Bildwörterbuch. Tja, und habe angefangen, Arabisch zu lernen. Ich besuche abends einen VHS-Kurs. Das wichtigste ist aber das gegenseitige Verständnis. Die Menschen, denen ich durch mein FSJ begegnet bin, haben mein Herz und meinen Horizont geöffnet – mitten in Deutschland.“

FSJ in der Schule

Heiko, 19 Jahr, Hamburg. Er wollte nach dem Abitur sofort studieren, damit er nach dem Studium möglichst jung in den Beruf würde einsteigen können. Allerdings machte ihm der NC in seinem Lieblingsfach einen Strich durch die Rechnung. Heiko bekam keinen Platz. Er erzählt: „Das war zwar erst einmal doof, aber ich beschloss, die Zeit der Trauer auszulassen. Man muss das Leben so nehmen, wie es kommt. Von einem Klassenkameraden wusste ich, dass er ein FSJ machen wollte. Warum sollte das nicht auch zu mir passen. Als ich keinen Platz an der Uni bekam, beschloss ich also, erst einmal in die Arbeitswelt hineinzublicken. Ich hatte mich ja für ein Lehramtsstudium beworben. Aber an die Schule kann man auch als FSJler. Seit es an Gymnasien auch Inklusionskinder gibt, sind dort FSJ-Stellen zu besetzen.  Aber ich bin nicht nur für diese besonderen Kinder zuständig, sondern gebe auch eine Tanz-AG am Nachmittag (mein Hobby) und helfe dem Hausmeister, wenn es mal notwendig ist. Vormittags aber bin ich oft im Unterricht mit den Inklusionskindern. Mir macht meine Arbeit sehr viel Spaß – und den habe ich gemeinsam mit den Kindern. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es mit der Uni nicht sofort geklappt hat. So habe ich die Gelegenheit bekommen, Einblicke in die Berufswelt zu erhalten und anderen Menschen zu helfen. Es darf doch nicht immer nur ums Geld gehen!“

FSJ in Kindertagesgruppe

Sophie, 18 Jahre, München. Für sie stand fest: nach dem Abitur will sie zunächst eine Pause vom Lernen machen.

Sophie erzählt: „Mir war klar, dass ich nicht sofort zur Uni wollte. Erst einmal die Welt kennen lernen, dacht ich. So hab ich mich schon frühzeitig nach einem FSJ im Ausland umgesehen. Aber irgendwie hab ich nichts gefunden, was mich wirklich in den Bann gezogen hat.

Nach der letzten Abi-Klausur hat mich meine Lieblingslehrerin, die von meinem Wunsch wusste, angesprochen. „Warum suchst du dir keine FSJ-Stelle in Deutschland. Du kannst sehr gut mit Menschen umgehen. Die Welt beginnt vor unserer Haustür, nicht in Thailand oder Australien.“ Ich hab zwei Tage darüber nachgedacht und mich dann für eine FSJ-Stelle in einer Gruppe mit verhaltensauffälligen Kindern beworben. Warum gerade dort? Weil in einem Zeitungsbericht dafür geworben worden war. Ich wollte ein Abenteuer. Und da hatte ich es gefunden. Ich wusste bis dahin überhaupt nicht, was eine Betreuung für Kinder im Grundschulalter mit pädagogischem Mehrbedarf bedeutet. Jetzt weiß ich, dass sie als verhaltensauffällig gelten, sodass sie in speziellen Klassen unterrichtet werden. In der Tagesgruppe, in der ich arbeite, startet mein Dienst morgens um acht. Dann sind die Kinder bereits in der Schule. Ich mache Büroarbeit, kaufe ein oder räume auf. Mittags kommen die Kinder heim und wir essen gemeinsam. Dann steht Spielen, gemeinsames Erledigen der Hausaufgaben, trösten oder Streit schlichten auf dem Programm. Die Kinder stammen aus einem schwierigen sozialen Umfeld. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man erlebt, wie sie sich entwickeln und eines Tages wieder in eine reguläre Schule zurückkehren können. Ich weiß jetzt, dass die Welt wirklich vor unserer Haustür anfängt, dass sich dort das wahre Leben abspielt und dass es nicht nur das Leben ist, das ich bisher kannte. Das FSJ hat mir ein wenig die Augen geöffnet, mit deutlich gemacht, wie gut ich es bisher hatte und gegenwärtig habe und wie wertvoll ein stabiles Elternhaus ist. Tja, und  das FSJ hat mir bei meiner Berufswahl geholfen. Ich möchte mit Kindern arbeiten und werde jetzt Sonderpädagogik studieren.“

FSJ-Stellen Info

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