Unzufrieden mit aktueller Situation in Einsatzstelle

    • Unzufrieden mit aktueller Situation in Einsatzstelle

      Hallo erstmal,

      ich habe Mitte November meinen BFD in einem Jugendhaus begonnen. Etwa zwei Wochen vor mir hat auch mein BFD-Kollege angefangen.

      Am Anfang war eigentlich alles OK. Was uns aber recht schnell klar wurde ist die wenige Arbeit. Am Anfang bin ich dann immer zu meinem Chef gegangen und habe nachgefragt, "Geh durchs Haus und schau ob es was zu tun gibt. Oder zu putzen." Hab ich gemacht. Mehrfach. Aber bis zu 6 Stunden, 5 Tage in der Woche durchs Haus zu gehen ist nicht grade erfüllend - mal ganz davon abgesehen dass wir eine Reinigungskraft haben die 2x in der Woche kommt. Recht schnell habe ich nicht mehr nachgefragt. Ich habe mir dann Arbeit gemacht, angefangen Konzepte für Aktivitäten mit den Jugendlichen zu schreiben. Mein Kollege auch. Die meisten Konzepte werden abgelehnt, von manchen hört man nie wieder etwas.

      Bei Versammlungen die über das Jugendhaus hinausgehen sagen unsere Chefs immer wie froh sie sind uns Bufdis zu haben. Intern merkt man davon aber wenig. Wenn man mal ausnahmsweise nicht nur rumsitzt bin ich überfordert. In der ersten Woche wurde jedem von uns zwei Räume zugeteilt die wir in Ordnung bringen sollten. Wir beide haben jeweils einen Raum aufgeräumt - die anderen beiden sind entweder hoffnungslos überfüllt oder so chaotisch dass man nur schwerlich irgendein System finden kann. Ich habe am Anfang versucht eine Inventarliste zu machen. Aber wenn einem gesagt wird, dass man die 50 Säcke Salz zum Streuen und für den Wasserenthärter auch woanderst hinräumen kann verlässt einen schnell die Lust.

      Wir haben auch ein paar duale Studenten. Im Dezember war einer das letzte mal im JUZ, er war quasi so gut wie fertig mit dem Studium. Danach kamen zwei neue. Der eine Student hat recht schnell gemerkt wie alles abläuft und hat durchblicken lassen dass er keine Lust hat so weiter zu arbeiten. Der andere ist etwas übereifrig, sonst sind beide nett. Überhaupt - privat sind die Leute überhaupt kein Problem. Da kann man auch mal ein Bier nach der Arbeit trinken gehen.
      Wir haben auch eine 50%-Kraft. Die scheint auch nicht mit der Situation zufrieden zu sein, irgendwer sagte mal das sei der Grund warum er nur 50% arbeitet. Ob das so ist weiß ich nicht.

      Vor kurzem hatten wir unsere Anleitergespräche mit unserem Chef. Die eigentliche Mitarbeiterin die für uns BfDler zuzständig sein soll fängt erst im April an. Jedenfalls wurde bei mir gefragt ob man die Situation für mich irgendwie verbessern könnte - ich sei ja jetzt schon einige Male zu spät gekommen und auch schon ein paar Mal krank gewesen. Ich muss hinzu sagen dass ich psychisch nicht so stabil bin, mein direkter Vorgesetzter weiß davon. Ich habe gesagt dass es in letzter Zeit nicht so gut ginge und dass ich daran arbeite die Situation zu verbessern. Dann hatte mein Kollege sein Gespräch. Er hat sich einige Notizen gemacht und hatte dann ein sehr, sehr langes Gespräch. Was genau rausgekommen ist weiß ich nicht, er meinte nur dass ihm jetzt egal sei was unser direkter Chef sagt.
      Ich fühle mich derzeit sehr unwohl und habe persönlich ein bisschen das Gefühl zwischen den Fronten zu stehen. Am Anfang dachte ich, dass es nur mir so geht. Aber inzwischen weiß ich dass noch mindestens zwei weitere Mitarbeiter(also mein BFD-Kollege und der eine Student) Probleme mit dem Arbeitsumfeld, und -klima haben.


      Ich bin mir im Moment absolut nicht sicher was ich tun soll. Ich habe überlegt ob ich mir an den Regionalberater wenden soll, weiß aber nicht was ich dem sagen soll. Ich glaube im Moment mache ich nur wegen der Seminare (die übrigens großen Spaß machen) und wegen der Bescheinigung am Ende weiter. Ich habe versucht herauszufinden was für Rechte man als BFDler genau hat, habe aber nicht viel dazu gefunden. Vielleicht wisst ihr ja was.

      Ist jetzt doch relativ lang geworden und teilweise mehr Tirade als Beschreibung der Situation. Trotzdem danke fürs lesen und eventuelle Tipps :thumbup:

      Viele Grüße, DeLeMe
    • Hallo,

      das scheint wirklich eine unbefriedigende Situation zu sein.

      Aber vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass du zusammen mit den anderern BFD-lern die Initiative ergreift und überlegt, was ich eigenständig anbieten könnte. Du arbeitest in einem Jugenhaus. Vielleicht könnte ihr Ausflüge organisieren oder sportliche Aktivitäten anbieten oder gemeinsames Abendessen.
      Schildere doch mal den Ablauf in dem Jugendhaus. Wer wohnt da, für wen ist es, wie viele Leute sind dort usw. Dann könnte man mehr Tipps geben.

      Gruss

      Heike
    • Hallo Heike,

      erstmal vielen Dank für deine Antwort.

      Wohnen tut in dem Haus niemand. Wir haben an den Wochentagen Bürozeiten, an denen zum Beispiel Telefondienst zu verrichten ist. Zusätzlich haben wir 4x die Woche Abends geöffnet, währenddessen Jugendliche die Möglichkeit haben vorbei zu kommen. Wir bieten verschiedene "Unterhaltungsformen" an, also z.B. Tischkicker, Billiard, diverse Spiele und (theoretisch) PS4.
      Es gibt auch einige Aktivitäten im Laufe der Wochen die nicht an den Treff gebunden sind

      Im Jugendhaus selber arbeiten 8 Personen, 3 davon duale-Studenten die sich abwechseln mit den Praxis- und Theoriephasen. Nächsten Monat wird eine weitere 100 %-Kraft eingestellt.


      Ich habe inzwischen einiges nachgedacht und auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, was mir sehr geholfen hat. Auch wenn ich mir immernoch wünsche den BFD mit einer positiven Stimmung abzuschließen, so werde ich mich nun nach Jobs umsehen. Ich werde nicht morgen gleich hingehen und kündigen, aber ich sehe mich dennoch nach Alternativen um.

      Grund dafür ist ein Personalgespräch das ich am Montag aus verschiedenen Gründen hatte. Zunächstmal: ich kann (weitgehend) nachvollziehen warum es ein Gespräch gab; einige Dinge sind schiefgelaufen und ich habe auch einiges versäumt. Aber wenn mit falschen Tatsachen argumentiert wird, weil sich ein Student aus der Sache geredet hat, dann ist das (leider) nur ein weiterer Punkt auf der Liste der Dinge die mich stören.
      Ich will dem Student nicht unterstellen dass er es absichtlich zu meinen Ungunsten dargestellt hat, aber wenn man es nichtmal klarstellen kann, dann ist das sehr frustrierend. Und nach den anderen besprochenen Dingen kann ich inzwischen nachvollziehen warum mein Bufdi-Kollege sagt ihm sei jetzt alles egal.

      Hinzu kommt das Taschengeld. Natürlich macht man den BFD nicht wegen dem Geld und ich habe auch nicht erwartet dass ich mir davon z.B. ein neues Auto kaufen kann. Aber wenn die Umstände nicht passen, dann wiegt die Entlohnung um so schwerer. Ich bin es einfach leid mich mies behandeln zu lassen und gleichzeitig wenig zu verdienen. Das mag die traurige Realität sein, aber dann arbeite ich lieber noch 6 Monate am Fließband und verdiene das drei- bis vierfache.

      Primär ist in diese "Rechnung" eingeflossen dass mir der BFD nichts mehr bringt außer das Zeugnis am Ende. Ursprünglich hatte ich mich noch auf den Studentenplatz für kommendes Wintersemester beworben. Da ich jedoch in der Zwischenzeit festgestellt habe dass das nichts für mich ist (aus anderen Gründen als diese diversen Problematiken hier), kann ich den BFD ohnehin nicht für mein geplantes Studium anrechnen lassen. Natürlich wäre es schön den BFD um des BFDs-Willen abgeschlossen zu haben. Aber für mich geht die "Kosten/Nutzen-Rechnung" einfach nicht auf.

      Wenn noch Fragen aufkommen werde ich versuchen die innerhalb von ein paar Tagen zu beantworten. Vielen Dank und
      Gruß

      DeLeMe