FSJ und Unterhalt

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    • FSJ und Unterhalt

      Hallo zusammen,

      habe mich extra hier registriert, weil ich eine ganz wichtige Frage habe. Zunächst muss ich aber ein wenig ausholen: meine Eltern sind seit zwei Jahren getrennt und seit einem Jahr geschieden. Zu diesem Zeitpunkt besuchte ich noch die Schule. Jetzt habe ich mein Abitur gemacht und damit mir keine Lücke entsteht zwischen Schulabschluss und Ausbildungsanfang mache ich ein FSJ. Eine Ausbildungsstelle habe ich also schon.
      Jetzt will mir mein Vater meinen Unterhalt von 300€ auf 210€ kürzen, da ich ja jetzt etwas verdiene und schon Volljährig bin (dabei meinte er auch noch - liebenswürdig, wie er ist - ich solle froh sein, dass er mir überhaupt noch etwas zahlt). Eigentlich wäre das nicht sooo schlimm, aber ich bewohne mit meinem Bruder zusammen eine Wohnung und zahle daher 220€ Miete. Meine Mutter wohnt mit meinen zwei jüngeren Geschwistern in dem selben Haus, direkt ggü. von unserer Wohnung, weshalb ich bei ihr esse und mich die meiste Zeit bei ihr aufhalte und nur in meiner Wohnung schlafe. Sie kann mich aber auch nicht wirklich mehr unterstützen, da sie ein ziemlich mickriges Einkommen hat.
      Ich hab mich mal informiert und gelesen, dass kein Recht auf Unterhalt besteht, wenn ein FSJ als Überbrückung dient (das musste außerdem nur sein, da ich ursprünglich studieren wollte und erst gegen Ende des 1. Halbjahres in der 13. Klasse herausgefunden habe, dass das finanziell unmöglich für mich ist, da ich kein BAföG bekomme und mein Vater mir auch nicht beistehen will). Aber in meinem FSJ bekomme ich auch nur ein geringes Taschengeld, von welchem ich mir Klamotten, Schuhe etc. selbst kaufen muss. Also bleibt davon auch nicht wirklich was übrig. Ich habe jetzt Angst, dass ich finanziell überhaupt nicht mehr über die Runden komme und weiß auch nicht, ob ich meinen Unterhalt überhaupt einklagen kann (obwohl ich hoffe, dass es nicht so weit kommt). Aber mir kommt es auch sehr komisch vor, dass ich keinen Anspruch auf Unterhalt habe, bei diesem geringen FSJ-Taschengeld.

      Kann mir bitte jemand helfen, der von der rechtlichen Seite her ein wenig Ahnung hat?

      Vielen Dank schon mal im Voraus!
    • Wenn du eine rechtsverbindliche Antwort brauchst, ist das Internet der falsche Ort. Du kannst jederzeit ein Beratungsgespräch bei einem Anwalt suchen - normaler Weise hast du mit dem geringen Einkommen darauf ein Recht und erhältst es bezahlt.

      Aber leider hat dein Vater Recht: Wer Freiwilligendienst leistet, egal ob FÖJ, FSJ oder BFD hat keinen Unterhaltsanspruch mehr. Denn rechtlich gilt diese Vollzeitbeschäftigung als "eigenständige Lebensstellung" - leider. Ob das Sinn macht oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass die Rechtslage derzeit so ist. Die von dir erwähnte Überbrückung bezieht sich auf Praktika, bei denen es darauf ankommt, ob sie etwas mit der folgenden Berufsausbildung zu tun haben, am Ende bleibt es aber mehr oder minder Ermessenssache des Familiengerichts, wenn es dazu kommt. Der Freiwilligendienst wird sowieso nicht zwingend anerkannt auf Studium oder Ausbildung. beim Studium k a n n eine Hochschule oder Uni die Zeit anerkennen statt ggf. Praktika, falls diese Voraussetzung sind. Anrechnen lassen kannst du dir bei Ausbildung auf Antrag nur das Abitur als Verkürzung um max. 12 Monate. Dazu kann dir der Ausbildungsberater bei der IHK oder Handwerkskammer Rat geben.

      Du kannst aber Sozialleistungen beantragen, wie Miete etc. Außerdem hast du ein Recht auf das Kindergeld, wer auch immer von deinen Eltern das bekommt, muss es dir auszahlen.
      Selbst wenn du in Ausbildung gehst und damit wieder unterhaltsberechtigt bist, ist auch deine Mutter barunterhaltspflichtig und hat die gleiche Erwerbsobligenheit (so nennt man das) wie dein Vater. Rein rechtlich muss sie sich eben um eine Anstellung bemühen, mit der sie dich unterstützen kann. Aber auch du hast eine solche Pflicht, da du volljährig bist. Denn deine Eltern müssen nur über einem gewissen Selbstbehalt Unterhalt zahlen. Dazu kann man aber leicht Informationen im Inet recherchieren.

      Du bist nunmal volljährig - und damit hast du auch die Pflichten von Erwachsenen. Das das einfach ist, behauptet niemand.

      Das heißt konkret: wenn du mit dem Taschengeld nicht auskommst und auch keine Sozialleistungen bekommst, musst du den Freiwilligendienst kündigen und dir einen Job suchen, bis du in Ausbildung gehst.