In's Klo gegriffen

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    • In's Klo gegriffen

      Hallo Allerseits,

      nachdem ich hier ein wenig gestöbert habe, traue ich mich nun auch einmal, ein paar meiner Erfahrungen, die ich seit dem 1.09.2011 in einem großen Klinikum in NRW im Rahmen des BFD gesammelt habe.

      Vorrausschicken möchte ich, dass ich mit der Chefin des Ambulanzpools, die mich den verschiedenenen Ambulanzen zuteilt, ausgemacht habe, dass ich möglichst viel sehen möchte, und deswegen im Laufe dieses jahres 4 verschiedene Ambulanzen für je 3 Monate besuchen werde.

      Die Idee war vielleicht schön, leider scheiterte sie an der Realität. Nach neun Monaten arbeite ich nun schon in der 4. Abteilung und warte auf meine Versetzung in die 5., weil auch hier die Umstände an's Unerträgliche grenzen.

      Im Laufe meines 3/4 Jahres hier wurde ich schlecht/teilweise garnicht angelernt, mit Aufgaben beladen, die ohne medizinische Ausbildung schnell ziemlich in's Auge gehen können, gemobbt, belogen, illegalerweise mündlich gefeuert, ausgenutzt, unter Druck gesetzt, von der Poolleiterin allein gelassen und als Sündenbock missbraucht.

      Ich glaube sehr wohl, dass der BFD für alle Seiten ein Gewinn sein kann, wenn ich mich allerdings nocheinmal umentscheiden könnte, würde ich ihn lieber in einem gemeinnützigen Verein machen, der die Hilfe wirklich zu schätzen weiß, als in einer riesigen "Firma" mit weit über 3000 Mitarbeitern. :(

      So jedenfalls ist das ganze ein Reinfall, ein eindeutig verlorenes Jahr.
    • Hallöchen.
      Ich bin jetzt seit Februar 2012 Bufdi im KH.
      Am Anfang habe ich mich gut aufgehoben gefühlt, ich war erst im Büro und kam auch mit den Kollegen gut klar, weil diese mich auch voll ins Team eingeschlossen haben. Seit 3 Monaten bin ich jetzt auf Station und am Anfang habe ich bei leichten Tätigkeiten mitgeholfen. Mittlerweile mache ich die Arbeit,, auf die alle anderen keine Lust haben.Betten machen, waschen, Windeln wechseln, Essen bringen und reichen, putzen, Verbände von übelriechenden Wunden wechseln, Stomabeutel leeren, Medi austeilen, Kaffee austeilen........
      Es wurde mir auch schon angeboten, Clexane zu spritzen, da habe ich aber abgewehrt.
      Teilweise wasche und bette ich die Patienten allein, wenn ich Glück habe ist eine Schülerin auf Station, die dann mit ran muss.
      Und die Schwestern machen dann Ihre Verbände früh und den Rest des Tages tun sie Medi ansetzen und schreiben und erzählen.
      Ich habe mir den Bundesfreiwilligen dienst anders vorgestellt.
      das man Menschen hilft, aber dazu kommt man kaum, weil man den ganzen Tag hin- und hergeschickt wird.
      Ich arbeite manchmal 8 Tage und habe dann einen Tag frei und arbeite dann wieder 4 Tage und habe dann 2 Tage frei. 2 Wochenenden im Monat arbeiten sind keine Seltenheit. Ich fühle mich echt verarscht.
    • Klinikerfahrungen

      Hallo Putzel,

      so oder ähnlich habe ich einen großen Teil meines Dienstes auch erlebt. Trotz meiner Bitte, möglichst viele Einblicke in die praktischen Seiten eines Berufes im medizinischen Tätigkeitsfeld erhaschen zu dürfen, wurde ich wochenlang in muffigen Kammern zum (teilweise bis zu einem Jahr) aufgeschobenen Aktensortierungsaufgaben verdonnert, und wenn doch mal etwas praktisches anstand, wurden die Patienten mit den größten, eitrigsten und pilzbefallensten Wunden kurzerhand zu "meinen" erklärt.
      Wundmanagement, teilweise sogar mit dem Anlegen medizinischer Maden und ohne fachkundige Anleitung oder Aufsicht, ist also auch mir bestens bekannt.

      Ich selbst wurde durch falsches Anlernen (eines anderen, medinzinisch nicht vorgebildeten Bufdi's) in die Zwickmühle gebracht, komplette Voruntersuchungen in der hiesigen Augenabteilung (Sehtests, Ultraschalluntersuchungen des Auges, Brillenvermessung, (nach eigenem Gutdünken tropfen der Augen mit verschiedenen Mitteln) und Elektrodenuntersuchungen vornehmen zu müssen. Hier wurde es entgültig auch mir zu bunt, und ich habe mich strikt geweigert.

      Der Bufdi vor mir allerdings nicht, was heißt, dass die Sehtests in unserem Krankenhaus ganze 6 Monate mit z.T. stark verfälschten (!) Ergebnissen in die Diagnosestellung eingingen.

      Und das ist nur ein erschreckendes Beispiel von Vielen, die ich Zeit meines Schaffens bisher hier mitverfolgen konnte.

      Die Misere mit den Arbeitszeiten ist durch meine Zugehörigkeit zum Ambulanzpool (wie Arztpraxen, mit zwar längeren, aber dennoch besser geregelten Arbeitszeiten) dem Himmel sei Dank an mir vorüber gegangen, allerdings beschäftigt das Haus auch FSJler (denen man ja noch weniger bezahlen muss), die ausschließlich im stationären Dienst arbeiten, und mir Ähnliches zu berichten wussten.

      Ich kann also durchaus nachvollziehen, was du sagst.
      Hast du schoneinmal daran gedacht, deinem Regionalbetreuer einen Bericht zukommen zu lassen?
      Im August läuft meine Dienstzeit ab, und ich habe beschlossen, die eklatanten Misstände hier im Klinikum zu melden, um wenigstens den möglichen Bufdi's nach mir ("billige" Arbeitskräfte, sie werden mit Sicherheit Neue anwerben) ein ähnliches Schicksal zu ersparen.
    • Mein Sohn war beim Roten Kreuz und hat die Brocken hingeschmissen, weil er Stunden ohne Ende gekloppt hat. Von 40 Std.pro Woche keine Rede.
      Um Abhilfe zu schaffen hat er das abgesprochen beim kreisverband. Als sich nichts tat hat er sich an den Bundesverband gewandt, die ganz empört Überprüfungen angekündigt hat. Dieses ist natürlich nicht erfolgt.

      Was ist das für eine veräppelung???? Wer soll das noch Kinder in die Welt setzen wenn sie von anfang an ausgenutzt werden und für dumm verkauft werden.

      man sollte das wieder abschaffen - Slavenarbeit.
    • War denn im Arbeitsvertrag ihres Sohnes keine Arbeitszeitregelung festgeschrieben?

      40 Stunden sind im Bundesfreiwilligendienst keine Seltenheit, ich selbst hatte eine 39.5 Std. Woche, habe allerdings auch mit BFDlern gesprochen, die bis zu 12 Tage hintereinander arbeiteten. Leider bekamen nicht alle die Chance, diese "unerlaubt" geleisteten Überstunden auch wieder abzugleiten, denn sie standen durch die Zusage eines Ausbildungsvertrags in einem offensichtlichem Abhängigkeitsverhältnis.

      Der Bundesfreiwilligendienst ist an sich eine gute Sache, leider ist er nicht ansatzweise so gut durchgeplant und offiziell reglementiert, wie es bei einem Projekt solcher tragweise von Nöten gewesen wäre.

      Vielleicht würde es sich lohnen beim BAFzA nocheinmal nachzuharken, auch wenn es für ihren Sohn nicht mehr relevant ist. Andere junge Menschen, die an seine Stelle träten, bekämen dadurch die Chance auf eine fairere Behandlung.
    • Hallo.
      Es wird noch lustiger. Habe jetzt einige Zeit Spätdienst gehabt mit einer Schwester zusammen. Wir waren zuständig für 34 Patienten.
      Als einem Patienten der Stomabeutel abfiel, sollte ich einen Neuen ranmachen. Ich weiss gar nicht was ich da alles beachten muss.
      Das habe ich Ihr auch gesagt und noch hinzugefügt, das ich das eigentlich nicht machen darf. Daraufhin wurde ich hingestellt als das ich keine Lust hätte zum arbeiten.
      Mir reicht es auch langsam. Ich habe schon mit der PDL geredet, da habe ich die Anrwort bekommen, 10 Arbeitstage am Stück sind erlaubt und spritzen tun sich die Patienten zu hause auch allein.
      Also wenn ich das soo mache, stehe ich mit einem bein im Knast. Und wenn ich die Arbeitszeiten sehe frage ich mich ernsthaft:"Warum heisst das eigentlich Bundesfreiwilligendienst und nicht Sklaverei". Der BFD Träger meinte dazu: Ich solle mich an die PDL wenden, er könne nichts machen. Na Danke. Ich hoffe nur das ich jetzt schnell einen neuen Job finde damit ich diese Scheisse bald kündigen kann, sonst muss ich noch fast 1 Jahr durchhalten und dann kann man mich in die Psycho schicken.
    • Ihr müsst wircklich auf euer Recht bestehen und ihr müsst euch informieren. Viele Arbeitgeber vertrauen einfach darauf das ihr keine Ahnung habt oder nutzen ein Abhängigkeitsverhältnis aus. Ich bin schockiert wenn ich hier lese, dass ihr selber Spritzena nsetzen sollt oder Verbände wechseln. In meiner Klinik wäre das undenkbar. Keine der Schwestern hat mir je eine Aufgabe erteilt die Medizinischer Art war. Ok ich muss dazu sagen , dass ich in einer Klinik bin die in ganz Deutschland einen ausgezeichneten Ruf genießt.

      Ich kann nur jedem raten der solche Erfahrungen macht mal den Mund auf zu machen. Solltet ihr nicht darauf angewiesen sein dort zu malochen. Die sind auf EUCH angewiesen. Die können sich nicht einfach nächste Woche einen neuen Bufdi bestellen. Da gibts Termine an die sich die Einsatzstellen halten müssen und sie müssen sich Bufdi Stellen reservieren und anfordern. Außerdem tut ihr so allen andern die euch folgen einen gefallen. Solltet ihr wircklich in so einer Klemme stecken rate ich euch folgendes:

      Informiert euch ! Macht ihr BFD müsst ihr auch an Seminaren teilnehmen und dort gibts Leute die Ahnung haben. Fragt nach eurem Regionalem Berater und löchert den mit Fragen denn dafür wird er immerhin bezahlt. Bei mir sind sogar 2 davon zum Seminar gekommen und haben 1 Stunde alle fragen der Bufdis beantwortet und die waren sehr gut informiert. Schätze mal waren Juristen oder Politiker ;D
      In der Regel sind alle "Lehrer" bei diesen Seminaren PRO BUFDI. Immerhin sind es Pädagogen und völlig unabhängig von eurer Einsatzstelle. Lasst euch nicht ausnutzen und besteht auf euer Recht. Solltet ihr damit den Zorn der Belegschaft auf euch ziehen dann ist das wohl kaum die richtige Stelle für euch. Die werden sich umgucken wenn ihr auf einmal weg seit und alles wieder selber machen müssen. Was ich am interessantesten fande war der Fakt, dass die Einsatzstellen garnicht auf Bufdis angewiesen SEIN DÜRFEN !! Aber trotzdem fast alle (einschließlich meiner Stelle) ohne Bufdis untergehen würden. Wären alle 3 Bufdis im Hol und Bringedienst Krank gewesen, dann wäre kein Patient zu seiner Therapie gekommen und die Patienten hätten extremen Druck auf die Schwestern/Therapeuten und das Qualitätsmanagement ausgeübt.

      mfg
    • ich habe auch eine BFD in einem Wohnstift gemacht und kann nur von ähnlichem berichten.

      Über 40 h in der Woche. bis zu 12 Tage am Stück und man besätzt ganze Touren als BfD'ler. Wenn einem was nicht gefällt oder man mit etwas nicht klarkommt wird man gleich angemotzt und einem unterstellt das man faul sei oder dumm und auf den zuküpftigen beruf spöttig hingewiesen (im meinem fall hatte ich einen sozialen beruf angegeben)

      ich habe nicht nur negatives zu berichten. das kollegium war menschlich sehr nett, man konnte mit jedem, in der pause. aber ich finde in eínem "freiwilligendienst" darf es nicht so zugehen.

      die arbeit ist körperlich so belastend für mich gewesen, da ich die ersten monate nach der arbeit nur schlafen konnte.
      abgesehen mal davon, da mann ständig wocheenddienst hat und sonst kaum freizeit planen kann ist es nicht in ordnung.

      in den statuten des BFD steht zwar drin das die stellen des freiwilligendienstes nicht dazu führen darf das auf mitarbeiter verzichtet wird, aber ich denke da weiß jeder idiot in der politik dass das utopisch ist, vorallem in zeiten wo man noch gewinne machen möchte, wo es nichts mehr zu holen gibt.

      dann schreiben einige man soll sich dagegn wehren..
      nicht jeder hat eltern die zusteuern.
      ich war drauf angewiesen. und auf ein guteds arbeitszeugnis.

      dann heißt es, wenn es einem nicht gefällt soll man sich was anderes suchen.
      ich habe keinen kollegen gesehen, der ernsthaft sagen würde das er diesen beruf gerne macht. was sind das blos für zustände ?
      man hätzt 8 h ununterbrochen rum.

      als BfD'ler kommt noch hin zu das man ständig dinge tun soll, von denen man keine kenntnis hat und gefahr läuft das man den patienten verletzt.
      scheinbar alles egal. wenn man sich dan bei auszubildenden auslässt, wird einem nur gesagt, das sei normal, anders lerne man es ja nicht.
      sagt man es mitarbeitern, sagen die man solle sie kontaktieren, tut man das kriegen die einen wutanfall weil sie selber grade alle hände voll zutun haben.

      das ich nach hause gehe, tot und trauer erleben darf aber keine zeit bleibt diese verarbeiten zu dürfen ist selbstverständlich. anders würden ja die zahlen in den keller schnellen.

      wir sind sklaven der alten genaration, die auf unsere kosten gelebt hat !!
      und einer politik die das die oberklasse stärkt und die arbeiterklasse fallen lässt.

      und wenn man dann kündigt, wird man noch dumm angemacht, das man ja nicht wisse was man tut.
      ich dachte mir, gut, zur überrückung bis zur ausbildung mache ich pflege aber dann mit stundenlohn. das lohnt sich finanziell besser für mich. wenn ich das sowiso schon im bfd "beruflich" mache, kann ich mich dafür auch anständig bezahlen lassen.

      Ich sage nur, BFD in der Pflege ist Ausbeutung !!!

      Sucht euch ein BFD im kindergarten oder sonst wo, wo das BFD heftchen immer werbung für macht. die restliche realität sieht anders aus !!
    • hinzu kommen diese scheiß patienten dokumentationen. ständig wird man aufgefordert einzutragen, aber man findet oft keine zeit. wenn man schon im verzug ist und der nächste wartet mit vollgeschissenem hintern, kann man sich wohl keine 5 min zeit nehmen und diese kack akten ausfüllen, die teilweise m. m nach völlig überflüssig sind (altersdürre patienten werden immer als unterernährt eingestuft auch wenn sie die riesen portionen immer essen..eintragen eintragen *grrr.)

      und jeden tag neue überraschungen, da dienstübergaben bei uns nicht stattfinden. wenn man glück hat steht die info xy im "übergabebuch". wenn man im urlaub war oder krank war kann man sich dann ellenlange blätter durchlesen mit unnützem zeug, wo man dann man leicht die wichtige info zwichen den 500 einträgen übersieht.
      /in der freizeit versteht sich, denn arbeitszeit ist renn zeit)

      dann wird verlangt die leistungen in den Mobilen datenerfassungsgeräten korrekt abzuhaken, wo 75% zur falschen uhrzeit eingetragen ist. in anderen touren zu 100% alles durcheinander und völlig unmöglich diese nach plan nachzulaufen. PDL fühlt sich beleidigt und man ist immer selbst schuld an den falschen planungen. das man beim gehetze mal vergisst neue leistungen von patient xy einzutragen ist man natürlich auch wieder schuld. wiso wird der dokumentationsmüll nicht woanders abgeladen. klar sehe ich ein das man auch dokumentieren muss, aber in dem umfang sehen ich fehler nur vorprogrammiert, wenn das eine aufgabe ist die dazwischen zu schieben ist.
    • Sooo Zeit für die Abrechnung !

      Hi Leute habe mir eure Beiträge durchgelesen und bin überrascht, dass wir so ziemlich alle die Erfahrung machen,ausgenutzt zu werden! Wenn ich meinen ersten Beitrag über meine positive Anfangszeit lese muss ich nur über mich selbst lachen wie naiv ich war! In meinem Vertrag steht ich arbeite 39,5h/Woche, tatsächlich arbeitete ich anfangs 7 Wochenenden am Stück(!!)durch und muss halt wie üblich in der Pflege 11 Tage am Stück arbeiten und bekomme dann ein lächerliches wochenede frei. Von Jugend also gar keine rede mehr... Was mich am
      Meisten nervt ist die permanente Arbeit in der Küche. Ich Schmiere morgens für 35 Leute Brote bzw mache Frühstück,dann teile ich Mittagessen aus und abends in der spätschicht (ich arbeite ja im Schichtwechsel -.-) Schmiere ich wieder Brote und putze und wasche anschließend wieder den ganzen Dreck und muss Auch noch bettlägerige anreichen und sonst noch zur wascherei laufen und und und und... Die liste ist endlos ich finde das sowas von Mies dass wir so ausgenutzt werden,obwohl wir so einen guten Willen zeigen und uns so toll für die Gesellschaft engagieren!!!! Bitte entschuldigt Fehler und komische Worte, die iphone Korrektur ist das allerletzte !! Mir wurde versprochen,dass ich in die soziale Betreuung Wechsel was natürlich nur eine Lüge war, um mich ruhigzustellen. Bis jetzt alles beim Alten und Fehler werden auf mich geschoben,sowie ständige Botengänge... Halte noch drei Monate durch und dann gehe ich mit der Erfahrung,niemals im leben in der Pflege zu arbeiten !!!'