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Au-Pair

Eine Alternative zu einem expliziten Freiwilligendienst im Ausland ist ein Auslandsaufenthalt als Au-Pair. Wenn man als junger Erwachsener im Haushalt einer Gastfamilie im Ausland arbeitet und dafür Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld erhält, so bezeichnet man das als Au Pair. Wie in bei einem Freiwilligendienst lernt man dabei über einen längeren Zeitraum, in der Regel einem Jahr, die Sprache und die Kultur des Landes sowie seine Menschen kennen.

Au-Pair Aufenthalt im Ausland

Als Au-Pair kann man beinahe in jedem Land der Erde arbeiten. Sehr beliebt sind Aufenthalte in den USA, England und Frankreich. Viele Länder haben sogar besondere Vorschriften für diese Art der Tätigkeit und des Auslandsaufenthaltes. Besonders konkret haben die USA die Au-Pair-Richtlinien ausgestaltet. Aber auch der Europarat hat 1969 das Europäische Abkommen über die Au-Pair-Beschäftigung ins Leben gerufen. Viele Länder haben dies Abkommen ratifiziert, nicht jedoch Deutschland.

Die Vorteile eines Au-Pair Aufenthalts liegen somit darin, mit wenig finanziellem Aufwand eine längere Zeit im Ausland zu verbringen und ein fremdes Land, seine Sprache, Kultur und seine Menschen kennen zu lernen. Diese Art des Auslandsaufenthalts kann sich somit durchaus mit einem Freiwilligendienst vergleichen. Es sind eher Mädchen und junge Frauen, die als Au-Pair ins Ausland gehen. Junge Männer wählen eher einen Freiwilligendienst, ein Workcamp oder einen Schüleraustausch.

Das hat mit der Art der Tätigkeit zu tun, die ein Au-Pair leisten muss. Diese liegt in erster Linie der Kinderbetreuung. Desweiteren ist eine Mithilfe im Haushalt erwünscht.

In der Gastfamilie bekommt man freie Kost und Logis, also Essen und Unterkunft. Außerdem erhält das Au-Pair ein Taschengeld.

Wie viele längere Auslandsaufenthalte erweitert ein Au-Pair-Aufenthalt die eigenen Erfahrungen und den eigenen Horizont, hilft, die Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern und bringt Erfahrungen im Umgang mit Kindern und der Führung eines Haushalts mit sich. Was muss man als Au-Pair konkret tun? Man muss die Kinder anziehen, ausziehen, mit ihnen spielen, sie baden, sie in den Kindergarten oder zur Schule bringen, ihnen die eigene Sprache beibringen, für die Kinder kochen, bügeln, das Kinderzimmer aufräumen, ihnen beim Hobby oder den Hausaufgaben helfen.

Voraussetzungen für ein Au-Pair Jahr

Für jedes Land gibt es spezielle Voraussetzungen. Im Wesentlichen lassen diese sich jedoch mit den nachfolgend dargestellten Punkten zusammenfassen.

Das Mindestalter bei Beginn eine Au-Pair- Beschäftigung ist 18 Jahre. In manchen Staaten dürfen auch bereits 16 bzw. 17 Jahre alte Jugendliche einen Au-Pair-Aufenthalt machen. Dann ist selbstverständlich eine e schriftliche Einverständniserklärung der gesetzlichen Vertreter erforderlich. In manchen Ländern liegt das Mindestalter allerdings auch höher.

Au-Pair und Gastfamilie sind verpflichtet, bei der Integration des Au-Pairs in der Gastfamilie zusammenzuwirken.

Das Au-Pair muss vor allem bei leichteren Haushaltsarbeiten und bei der Kinderbetreuung einschließlich Babysitting mithelfen. Es darf nicht mehr als sechs Stunden am Tag und 30 Stunden in der Woche beschäftigt werden. Dem Au-Pair steht wenigstens ein freier Tag wöchentlich zu. Mindestens einmal im Monat muss dieser freie Tag auf einen Sonntag Fallen. Das Au-Pair muss mindestens vier freie Abende pro Woche haben.

Das Au-Pair hat einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeit im Haus, wenn es einen Sprachkurs absolviert. Auch für die Religionsausübung, kulturelle Veranstaltungen und Exkursionen ist es von der Gastfamilie von der Arbeit freizustellen.

Das Au-Pair hat einen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.

Es wird durch die Gastfamilie krankenversichert und unfallversichert.

Dem Au-Pair ist ein Taschengeld auszuzahlen, und zwar unabhängig von der Dauer der Hausarbeitszeit. Die Höhe des Taschengeldes variiert von Land zu Land. Man kann sich auf etwa 200 bis 300 Euro einstellen.

Es muss eine angemessene Unterkunft zur Verfügung gestellt werden. Das Au-Pair hat Anspruch auf ein eigenes Zimmer innerhalb der Wohnung der Familie.

Das Au-Pair hat einen Anspruch auf kostenlose Verpflegung durch und innerhalb der Gastfamilie.

Über die gegenseitigen Rechte und Pflichten von Au-Pair und Gastfamilie ist ein schriftlicher Vertrag zu schließen.

Gastfamilie

Damit ein Au-Pair-Aufenthalt erfolgreich verläuft, ist ein gutes Verhältnis zur Gastfamilie notwendig. Das Au-Pair Mädchen oder der Junge soll in die Gastfamilie integriert werden. Es ist erforderlich, dass Au-Pair und Gastfamilie dieselben Erwartungen voneinander und den zu erfüllenden Aufgaben und über das Zusammenleben haben. Das muss unbedingt im Vorfeld geklärt werden. Die richtige Gastfamilie zu finden, ist die Hauptaufgabe der Au-Pair Agenturen bzw. Au-Pair Organisationen. Meistens geht diese Orgas mit Hilfe von Fragebögen vor, die festhalten, was sich Au-pair-Bewerber und Familien wünschen. Es geht ums Rauchen, Haustiere, eigenes Bad, eine Stereoanlage oder ein Fernseher im Zimmer, das Einladen von Freunden und ähnliches. Die meisten Au-Pair Agenturen halten die Arbeits- und Lebensbedingungen in dem von ihnen vorgedruckten Au-pair-Vertrag fest, um eine verbindliche Grundlage für das Zusammenleben zu schaffen. Das Zusammentreffen von Arbeits- und Lebensort ist das Hauptproblem des Au-pair Aufenthalts. Man muss sich in Geduld, Wohlwollen, Rücksichtnahme und Gutmütigkeit üben. Man sollte eine diplomatische Ausdrucksweise an den Tag legen können.